Samstag 13. Februar 2010 von Christian Pohle
Es ist soweit, Timmy und Tobi kommen nach Dorfen. Für uns heißt das “Früh aufstehen” unsere Nacht ist um 5 Uhr zuende. Da dieser Tag ein langer und anstrengender wird und wir nicht viele Pausen haben werden, hat auch Thomas sich schon an den beiden letzten Tagen recht früh aus dem Bett erhoben, um sich schon mal an das frühe Aufstehen zu gewöhnen. Um 5:33 Uhr ist es dann soweit, wir sitzen im Auto und fahren Richtung Flughafen München:

Am Flughafen München angekommen gibt’s dann ünseren Frühstückstweet, diesmal gleich aus Foursquare heraus, so kann man die Frühstücksmeldung mit dem Einchecken bei Foursquare verbinden und ist fertig, während man in der Schlange an der Kaffetheke steht:

Um 6:53 Uhr ging es dann zum Boarden ans Gate. Leider gab es danach einen Haufen Verzögerungen, so daß wir erst um 8:15 Uhr in der Luft waren und nicht um 7:30, wie geplant.

Diesmal muß ich auch anmerken, daß wir furchtbar gefroren haben an Bord, die Sitze waren kalt, der Boden war kalt, viele saßen im Mantel da. Ich bin mir nicht sicher, ob es so gut ist, an der Heizung zu sparen:

Die Verspätung aus München hat sich nicht nur gehalten, wir haben vor Hamburg noch eine Zeitlang mit 200 Knoten in welchselnden Richtungen rumgetrödelt, anscheinend kamen wir durch die Verspätung gerade ungelegen. Interessant übrigens: jeder Pilot lernt noch das Fliegen von sogenannten “Holdings”, das ist ein Oval in der Luft, bei dem jeder Halbkreis eine Minute dauert und jede gerade Strecke auch eine Minute. Ein Holding dauert also genau 4 Minuten und es gibt genaue Vorschriften, wie das zu fliegen ist. Schade, daß man es im richtigen Leben nie mehr braucht, denn statt “Enter xy Holding” bekommt man vom Radarlotsen heutzutage einfach eine Richtung vorgegeben, die nicht zum Flugplatz führt und die Anweisung, möglichst langsam zu fliegen.

Bild aus: Wikipedia, Holding.
Mit tüchtiger Verspätung (ausgerechnet heute) kamen wir dann auch wieder in Hamburg an und meldeten dies aus dem Foursquare Client als Tweet, das #fb sorgt, wie immer dafür, daß die Meldung auch in unserem Blog landet:

Ab jetzt geht es (zumindest in der Landkarte) wieder abwärts:

Wir hatten von vorne herein beschlossen, daß wir zwar nach Hamburg fliegen, den Weg zurück aber mit Timmy und Tobi in einem Auto zurücklegen.

Selber Fliegen kam noch nicht in Frage, weil wir die beiden erst allmählich an unsere Flugzeuge gewöhnen möchten und da fängt man besser mit ein paar Platzrunden an und dann mal einem Ausflug mit 10 bis 20 Minuten Flugzeit bei schönem Wetter – und nicht gleich einem 2 Stunden Winter-, Eis-, Turbulenzen – Instrumentenflug.
Linie sind wir mit Ajax schon nicht geflogen und auch Timmy und Tobi werden nie ein Linienflugzeug von innen sehen. Genügt schon, wenn wir Menschen durch die Scanner müssen, uns von irgendwem abtasten lassen und dann auch noch mit lauter Menschen, die man eigentlich nicht mögen möchte, auf engstem Raum zusammengepfercht sitzen muß.
Die Bahn kam für diesen Trip auch nicht in Frage, vor allem auch, weil die beiden noch nicht vollständig fertiggeimpft sind und der Kontakt mit anderen Menschen und auch Hunden noch vermieden werden sollte. Außerdem dauert die Fahrt noch länger, als mit dem Auto und wir müssten zweimal umsteigen.
Thomas hatte am Vorabend schon das Fahrzeug mit den Mitarbeitern von Sixt am Flughafen Hamburg rausgesucht und für uns vormerken lassen. Da die Fahrt recht stressig zu werden drohte, legten wir Wert darauf, ein Fahrzug zu bekommen, dessen Bedienung uns vertraut ist, so fiel die Wahl auf einen Mercedes E-Klasse mit Automatik – da kennen wir wenigstens jeden Schalter. Diesel, dann müssen wir nicht so oft an die Tanke und auch Winterreifen sind bei dem Wetter selbstverständlich:

An dieser Stelle nochmals vielen Dank an die Mitarbeiter der Sixt Station am Hambuger Flughafen, daß das so gut geklappt hat!
Natürlich erreichte uns sofort eine Reklamation unseres Landrover Autohauses Esser, was uns sehr freut, sehen wir doch, daß unser Blog auch dort aufmerksam und zeitnah verfolgt wird:

Es ist leider so, daß die Autovermietung Sixt keine Landrover im Programm hat, warum auch immer, wir aber aufgrund des hervorragenden Service und der langjährigen Geschäftsbeziehung unsere Autos nur dort mieten.
Wenn es tröstet: Wir sind auf der Rückfahrt vielen Landrover Discovery (die meisten übrigens aus Dänemark) und auch einigen Landrover Defender begegnet und ich tausche natürlich den Mercedes morgen am Flughafen München wieder gegen unseren Freelander.
Um 3/4 11 (eigentlich wollten wir eine Stunde früher schon da sein), trafen wir dann bei Bärbel Somerville in Klecken ein

Sie hatte bereits am Morgen Timmy und Tobi von den anderen 6 Welpen separiert, damit sie diese füttern konnte, denn Timmy und Tobi sollten vor der langen Fahrt nichts zu fressen bekommen. So trafen wir die beiden in der Küche an, natürlich zusammen mit Mutter Adja. Beim Tee wurde der notwendige Papierkram erledigt und es fiel auf, daß die Stimmung nicht ganz so ausgelassen fröhlich war, wie bei unseren bisherigen 4 Besuchen – für Frau Somerville, weil sie zwei Ihrer Lieblinge ziehen lassen muß, für uns, weil uns eine lange Autofahrt mit zwei jungen, lieben Hunden bevorstand. Nur Adja war happy, wie immer, wenn sie uns sieht – sie wußte noch nicht, daß sie in einer Stunde zwei Ihrer Kinder suchen wird.
Nach dem Tee (der, wie immer bei Frau Somerville, sehr lecker war), durften Timmy und Tobi nochmal im Garten tollen, während wir den Wagen für die beiden vorbereiteten:
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Zwei Decken auf die Rücksitzbank, eine davon lag die letzten Wochen schon im Welpenzimmer in Klecken, so daß der Geruch vertraut ist
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Wassernapf und Wassertank für die Welpen, Wasserflaschen für Thomas und mich
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Etwas Spielzeug (was keiner gebraucht hat)
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Zwei Geschirre in Welpengröße mit Befestigung im Sicherheitsgurtschloß, so daß die beiden Lieblinge bei einem Unfall nicht verletzt werden
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Das iPhone wurde programmiert – ruhige Musik im Hintergrund, die Navigon Navigationssoftware mit Ziel “Zuhause”
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Ein zweites iPhone für die Twittermeldungen, wo wir gerade sind
Wir hatten uns das natürlich vorher alles überlegt, denn wir wußten, wenn Timmy und Tobi mal im Auto sind, dann soll alles reibungslos funktionieren. Als Pilot bereitet man sein Flugzeug ja auch so vor, daß alles fix und fertig ist und man nur noch ein wenig lenken muß – so ist es natürlich auch, wenn wir auf große Fahrt gehen.
Eine kurze Verabschiedung, ein Abschiedsfoto

einsteigen ins Auto und los geht’s:

Auch die Route war natürlich schon vorab geplant und ins Navigationssystem eingegeben (einmal Pilot – immer Pilot). Aufgrund der Schneefälle im Westen Deutschlands hatte ich mich für die Route über die neuen Bundesländer entschieden. Ein paar Kilometer mehr, dafür dreistreifiger Autobahnausbau und weniger Schneefälle. Die Verkehrsmeldungen der Route Hannover – Kassel – Würzburg während des Tages haben mich dann davon überzeugt, daß unsere Wahl richtig war:
Größere Kartenansicht
Erstmal mußten wir aber in Klecken losfahren und durch das Fenster sahen wir noch Adja, die etwas aufgeregt ihre Jungen zählte und irgendwie feststellte: “Da fehlt wer!”. Die beiden hatten wir im Auto und mit jedem Meter Entfernung von ihrer Mutter und ihrer Welpenstube stieg die Lautstärke des Heulkonzertes. Richtig so, denn wenn zwei Welpen verlorengehen, müssen sie laut heulen, damit Mami sie findet. Problem nur: Wir waren nach kurzer Zeit schon so weit weg, daß Mami sie nicht mehr hören konnte.
Wie vorher besprochen, war Thomas die erste zeit sehr lieb, ruhig und tröstend zu beiden, auch wenn sie, abwechselnd, recht laut wurden. Nach etwa einer halben Stunde legte sich die erste Aufregung und Thomas konnte zur zweiten Strategie übergehen: Streicheln, solange sie ruhig waren, einfach nicht streicheln, wenn sie heulten. Das funktioniert überraschend gut und schnell, etwa bei Hannover war das Konzert zu Ende und bei Braunschweig legten wir unseren ersten Stopp ein und alle 4 durften auf einem Parkplatz mal raus und sich versäubern:

Timmy und Tobi gucken nun schon etwas gelassener in die Welt.

Bis kurz vor Braunschweig schneite es, die Autobahn war zum größten Teil nur zweisteifig geräumt und wir kamen mit kaum mehr, als 80 km/h vorwärts. Ab Braunschweig ging dann auch draußen die Sonne auf, nicht nur im Herzen von Timmy und Tobi und so kamen wir dann über Magdeburg bis Leipzig sehr zügig voran. Dort wechselten wir dann die Richtung, vorher “Ost” nun “Süd”:

Pässe und Heimtierausweise (ja, die beiden sind schon gechipt und haben jeder schon seinen eigenen blauen Ausweis) hochhalten, es geht über die Grenze:

Als ich ein Kind war, fuhr meine Mutter von München nach Weiden immer über die Autobahn München-Nürnberg bis Pegnitz, dort ging’s dann runter und über die Bundesstraße nach Weiden (später fuhr sie dann München-Nürnberg-Amberg und dann auf der Bundesstraße, heute fährt sie nicht mehr mit dem Auto, wenn, dann würde sie sicher München-Holledau-Regensburg-Weiden fahren). Anyway, bevor es den Hienberg runter geht, brauchen wir einen Boxenstopp denn die Reifen glühen und der Tank ist leer:

Auf dem angrenzenden Parkplatz gibt es dann noch einen Boxenstopp für uns vier und der Rest ist Home-Run, denn die Strecke ist vertraut, Autobahn bis zum Flughafen München, da waren wir heute schon mal, ist aber schon eine Weile her.

Um 18:18 Uhr dann die Landung in Dorfen

und die Statistik der Fahrt:

Geschafft, alle sicher zuhause. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase ging’s dann auch in Bett und Körbchen.