Samstag 24. Juli 2010 von Christian Pohle
Im Rahmen meines Projektes “Mehr Qualität in der Fotografie” bemühe ich mich seit Eintreffen der Canon 550D um einen Ersatz für meinen Workflow “Fototweets”. Sie erinneren sich? Essen gehen und während man schlemmt, das Foto schon auf Twitter veröffentlichen:

Dabei fasziniert es mich, wieviel Funktionen das iPhone in ein handliches Gerät verpackt:
- aufnehmen mit der integrierten Kamera
- bearbeiten mit Photoshop Mobile
- hochladen zu Mobypicture
- Text eingeben und Twitter Statusmeldung mit angehängtem Link zum Foto senden
An diesem Workflow stören mich seit Beginn 3 Dinge:
- Ich muß die Verwertungsrechte für meine Fotos, die ich hochlade, an den Betreiber des Dienstes abtreten. Soweit ich die Lizenzvereinbarungen studiert habe, ist das (leider) bei allen Foto-Sharing-Diensten so.
- Ich habe keine Kontrolle über die Verfügbarkeit oder die Performance der Server (Mobypicture war noch der beste von allen und blendet vor allem keine aufdringliche Werbung ein).
- Die Fotos vom iPhone sind qualitativ einfach schlecht (das ist kein Hieb gegen das iPhone, alle Bilder aus Fotohandies sind grottenschlecht, wenn man sie mit den Bildern aus einer Spiegelreflex vergleicht).
Es muß möglich sein, dachte ich mir, diesen Workflow mit der EOS 550D und dem iPhone nachzubauen, denn ich habe die folgenden Voraussetzungen:


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Ich habe zuhause WLAN, wenn mein Computer woanders aufgestellt ist, sorgt der Linksys Router
für Internetzugang und für mobile Einsätze habe ich einen Huawei E5 Router, der mir auch unterwegs ein WLAN mit Internetzugang aufspannt:

Somit kann ich gewährleisten, daß meine Kamera, wenn ich ein Foto gemacht habe, über die Eye-Fi Karte und eines meiner WLANs online gehen kann. Die Eye-Fi Karte kann Fotos sowohl auf den Rechner hochladen, auf dem die Eye-Fi Software installiert ist, als auch zu vielen Online Foto Sharing Diensten.
Die erste Möglichkeit, also das Foto auf meinen Rechner hochladen, funktioniert prima, ist aber für den Zweck “Fototweets” nicht geeignet:
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Auf den Rechner kann Eye-Fi die Fotos nur in Originalgröße übertragen, jedes Foto ist somit 5 MB groß und blockiert die Internetverbindung unterwegs.
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Das Foto ist in Originalauflösung, für den Zweck “Fototweets” kommt aber höchstens 1024*768 als Auflösung in Betracht.
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Gerade bei Fototweets unterwegs will ich ja keinen Rechner verwenden müssen, sonst könnte ich ja auch die Speicherkarte in den Rechner stecken und alles weitere hier machen.
Die interessante Option ist aber, “Bilder zu Online Fotodiensten hochzuladen”. Neben bekannten Diensten (eine vollständige Liste findet sich hier) kann man nämlich auch einen eigenen FTP Server eintragen:

Das ist die Option meiner Wahl, denn ich möchte ja meine Fotos gerade nicht zu einem der Online Foto Dienste hochladen (ich habe ein wenig mit Picasa und Mobile.Me getestet, da ist es aber problematisch, vom iPhone aus den Link zum einzelnen Foto zu extrahieren und es lädt im Browser immer gleich die ganze Galerie nach, so daß man nicht nur das einzelne Foto sieht, auf das sich der Tweet gerade bezieht, sondern alle Fotos).
In den Advanced Options ist nun die wichtige Option, daß das Bild von der Eye-Fi Karte heruntergerechnet wird, ich habe 1024px eingestellt. Ferner wird noch ein Unterordner für jeden Monat erstellt, damit die Verzeichnisse nicht zu groß werden:

In den Notifications der Eye-Fi Karte habe ich eingestellt, daß ich ein e-Mail erhalten soll, wenn Foto(s) hochgeladen wurden. Da ich im Workflow später auf dem iPhone oder iPad weitermache, ist das eine prima Möglichkeit, den Dateinamen zu erfahren:

Zuletzt stelle ich den Transfer Mode der Eye-Fi Karte auf “Selective Transfer” ein, sonst lädt sie mir alle Fotos hoch, die ich mache und das flutet meinen Webserver dann doch ziemlich. Mit Selective Transfer werden nur Fotos hochgeladen, die in der Kamera als “Protected” markiert sind.

Den virtuellen Host “pictures.pohle.de” habe ich dann auf meinem Webserver eingerichtet und einen FTP Zugang hierfür geschaffen (es muß aber kein eigener virtueller Server sein, auch ein Unterverzeichnis im Blog oder auf einem Webserver tut es, solange man den per FTP erreichen und Dateien hochladen kann):

Jetzt kanns losgehen:
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Foto schießen (was wäre im Augenblick besser geeignet, als die duftende Tasse Kaffee neben mir?)
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Das Foto muß allerdings bei Aufnahme perfekt sein, weil mein Workflow derzeit keine Möglichkeit zur Nachbearbeitung bietet. Also muß der Ausschnitt stimmen, die Helligkeit und der Weißabgleich (ich gebe allerdings zu, daß ich aus Gründen der Faulheit sowieso darauf achtgebe, daß ich die Fotos nicht nachbearbeiten muß, denn so gerne mag ich den Editor von Photoshop nicht).
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ggf. den WLAN Router einschalten und den Internet Zugang herstellen.
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Im Menü “Bilder schützen” das beste Foto raussuchen und schützen.
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Die Eye-Fi Karte lädt nun das Foto via WLAN auf den FTP Server hoch.
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Ist das geschehen, schickt sie mir ein E-Mail, daß der Upload erfolgreich ist. Darin enthalten ist der Dateiname des Fotos (gut ich könnte den auch über die Kamera ermitteln):


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Nun kann ich die URL zur Datei verkürzen, auch dazu verwende ich einen Dienst, den ich selbst hosten kann, Pretty Link Pro, ein Plugin in meinem Wordpress Blog (natürlich kann man hier jeden URL Shortener verwenden):



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Jetzt wird in Pretty Link Pro auf “Tweet” geklickt und die Twitter Mobile Seite öffnet sich und der Link ist gleich vorgegeben. Dort füge ich den vorher kopierten Titel vor den Link ein und hinter den Link meine
Kennzeichen #wp und #fb

Dieser Tweet kam dabei raus:

und wenn man auf den Link klickt, wird das Bild angezeigt:

Ein Nachteil dieses Verfahrens ist, daß Twitter-Clients, wie Twittelator oder HootSuite das Foto nicht direkt anzeigen, das tun sie nur von den etablierten Online Foto Sharing Diensten.
Aber die Vorteile überwiegen (für mich persönlich):
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Ich kann auch die Fotos für die Tweets mit meiner Canon 550D machen, ich habe also auch hier vollen Zugriff auf alle Gestaltungsmöglichkeiten und die volle Qualität dieser Kamera.
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Die Fotos sind später in Originalauflösung im Photoshop verfügbar, wenn ich die Fotos von der Kamera herunterlade.
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Ich habe volle Kontrolle über die Anzeige der Fotos, denn sowohl der Link-Verkürzer Pretty Link Pro, als auch der Webserver, auf dem die Fotos gespeichert werden, laufen auf meinen eigenen Servern.
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Ich muß die Rechte an meinen Fotos an niemand abtreten (wenn mir Fotos geklaut werden, erachte ich das übrigens eher als Kompliment).
Meine Twitter Follower haben sicherlich gemerkt, daß ich in den letzten Wochen etwas sparsam mit meinen Fototweets war. Nun erklärt sich das, denn ich habe verschiedenste Möglichkeiten durchprobiert, immer unter der Prämisse, daß ich die Fotos mit der Canon EOS 550D schießen möchte und dann mit dem iPhone den Link zum Foto und den Tweet erstelle. Einige Möglichkeiten, die ich fand, funktionierten nur mit einem Rechner sauber, andere gerade mal so mit dem iPad. Manche Ideen, die ich hatte, endeten in einer wahren Klick-Orgie. Die hier gezeigte Lösung funktioniert stabil und ist schnell durchgeklickt, denn meist geht’s ja ums Essen und da möchte ich meine Gesellschaft am Tisch nicht zu lange warten lassen.