Zeitgefühl beim Hund

Mittwoch 10. März 2010 von Christian Pohle

Es gibt genügend Menschen, die glauben, ein Hund hätte keinerlei Zeitgefühl. Ich kann mich dieser Haltung nicht so ganz anschließen.

Clock

Gestern abend kündigte ich Thomas an, ich werde heute mal nicht um 5 Uhr aus dem Bett fallen und somit Timmy und Tobi nicht um 5:30 Uhr übernehmen (siehe unseren Tagesablauf). Er meinte, das wäre in Ordnung, ich solle ruhig ausschlafen.

Timmy und Tobi scheinen das nicht verstanden zu haben, oder sie haben mir nicht zugehört oder es war den beiden egal: Punkt 5:30 Uhr wachen sie auf und seither geht es rund in der Welpenstube. An der Tür warten, ums Körbchen jagen, Thomas wecken und so weiter, bis ich endlich um 6:45 Uhr auftauche.

Das ist nur ein Beispiel. Aus unserem Leben mit Ajax könnte ich viele solche Geschichten erzählen. Ich glaube, daß Hunde sehr wohl ein Zeitgefühl haben und genau unterscheiden können, wie lange man weg ist:

  • Nach 10 Minuten Abwesenheit wird zur Kenntnis genommen, daß man wieder da ist
  • nach 10 Stunden herrscht große Freude und die Begrüßung dauert mindestens 10 Minuten
  • nach 10 Tagen ist der Hund beleidigt und schaut einen für mindestens 10 Stunden nach der Rückkehr nicht an

Calendar

Mal ehrlich – wie gut ist denn unser menschliches Zeitgefühl? Können wir unterscheiden, ob wir 5 Tage oder 7 Tage warten mußten, ohne uns eines Hilfsmittels zu bedienen und die Sonnenaufgänge zu zählen oder die Tage in einem Kalender abzustreichen? Können wir den Unterschied zwischen 2 und 3 Stunden präzise bestimmen, ohne eine Uhr zu haben?

Ich glaue, daß unsere Hunde sehr wohl ein Zeitgefühl haben, es ist halt genauso (wunderschön) unpräzise, als wenn unsere Uhr kaputt wäre

Broken Clock

Kategorie: Familie, Privat | Drucken | 4 Kommentare »

Meine Visionen über die Zukunft der Computer

Sonntag 18. Oktober 2009 von Christian Pohle

Nachdem ich mich über die Aussagen hochrangiger Computerexperten lustig gemacht habe siehe meinen Artikel über die Zukunft der Computer, muß ich mich über meine eigenen Vorstellungen aus dem Gründungsjahr unserer Firma amüsieren, da schrieb ich auf unserer Website:

Sie können sich irgendwo in der Welt an einen Computer setzen, melden sich mit Ihrem Namen und Ihrem Paßwort an und erhalten Ihre gewohnte Oberfläche. Sie können Ihre Programme starten und arbeiten mit Ihren persönlichen Daten von zuhause.

Naja, mit Web 2.0 und Ajax Technologien sind wir ja schon recht nah dran, wenn man seine Umgebung strikt auf Hosted Services aufbaut, kann man mit einem simplen Browser durchaus schon eine vernünftige Umgebung haben.

A propos Ajax: Unser vierbeiniger Freund war mal der Star unserer Website und wenn man “Ajax” in Google eingab, dann landete man bis Ende 2002 auf unserer Website und konnte viele Fotos von Ajax sehen. So ändern sich die Zeiten, geben Sie heute mal “Ajax” in Google ein und Sie erhalten lauter langweilige Artikel über Computerprogrammierung ;-)

Die nächste Vision von mir aus 1997 ist heute auch noch Zukunftsmusik. Es hat zwar schon Ansätze gegeben, die Computer in die Kleidung einzubauen aber noch nicht wirklich Erfolge:

Der persönliche Computer ist in der Manschette Ihres Hemdes / Ihrer Bluse enthalten. Mit der Vorgängerversion mußten Sie noch sprechen, dieser hier kann bereits Ihre Gedanken lesen und umsetzen.

Immerhin sprechen die Computer heutzutage schon mit uns, zumindest die Navigationssysteme, im Gegenzug erhalten sie von ihren Besitzern dann Namen.

Die nächste Vision hat immer noch Bestand, denn wir sind alle begeisterte Benutzer des Internet, allerdings wandelt es sich gerade vom Konsumenten-Netzwerk zum Mitmach-Netzwerk:

Es gibt immer noch einige ewig gestrige, die nicht aufhören wollen, das Internet zu benutzen

Wenn Sie einmal richtig lachen wollen, dann lesen Sie die nächste Vision. Ich bin nicht sicher, ob ich das noch erleben werde:

Computer sind einfach zu bedienen.

Dazu gehört thematisch auch die nächste, auch so ein Brüller:

Auch komplexe Computernetzwerke sind einfach aufzubauen und zu administrieren.

Ansätze gibt es, also eine Chance auf eine Realisierung der nächten Version. Immerhin dient derzeit PDF als recht universelles Austauschformat und das Open Document Format kommt der damaligen Idee schon nahe:

Alle Computerprogramme dieser Welt speichern ihre Daten im .CCX Format (Common Content Exchange). Kompatibilitätsprobleme zwischen den verschiedenen Anwendungen gibt es schon seit Jahren nicht mehr.

Das war vor 12 Jahren ein großer Hype, da träumten alle davon, daß alle Geräte des täglichen Lebens miteinander vernetzt sein werden. Man sieht, daß hier ein Hype ganz unauffällig nicht realisiert wurde, auch wenn inzwischen schon Kaffeemaschinen twittern können, so bleibt das eher die Ausnahme:

Morgens um 10 klingelt der Waschmaschinentechniker an der Tür: “Guten Tag, Ihre Waschmaschine hat mich angerufen, der Heizstab ist verkalkt. Ich komme, ihn zu tauschen.”

Kategorie: Consulting, PSAG | Drucken | Keine Kommentare »

München Rundflug ausgesetzt

Samstag 26. September 2009 von Christian Pohle

Aufgrund der populistischen “Maßnahmen zur Bekämpfung des Terror” kann für die restliche Dauer des Oktoberfestes der beliebte “München Rundflug” nicht durchgeführt werden.

Es wurde ein Flugbeschränkungsgebiet von 8 km Durchmesser über München errichtet – eine Verletzung dieses Gebietes stellt eine Ordnungswidrigkeit dar:

Sperrgebiet München

Die Wikipedia definiert Populismus als “(…) eine um „Volksnähe“ bemühte Politik, die Unzufriedenheit, Ängste und aktuelle Konflikte für ihre Zwecke instrumentalisiert, an Instinkte appelliert und einfache Lösungen propagiert, wobei verantwortungsethische Gesichtspunkte und Aspekte der praktischen Realisierbarkeit weitgehend außer Acht gelassen werden.”

Genau darum handelt es sich in meiner persönlichen Auffassung bei diesem Flugbeschränkungsgebiet: Zugelassene Luftfahrtunternehmen, wie die von Pohle Air mit den Rundflügen beauftragten, können es sich natürlich nicht leisten, eine solche Ordnungswidrigkeit zu begehen – aufgrund der zu erwartenden Konsequenzen mit der Verwaltung.

Terroristen, die planen, eine Bombe oder sogar ein ganzes Flugzeug auf der Wiesn abzuwerfen, lassen sich in meiner persönlichen Meinung von der Tatsache, daß sie damit durch die Verletzung eines Flugbeschränkungsgebietes eine Ordnungswidrigkeit begehen, wohl eher nicht abhalten. Das hat, so denke ich, in etwa den gleichen Effekt, als wenn ein Tankstellenbesitzer an seine Tür ein Schild hängt “Überfall verboten”.

Abfangjäger, die bei einer Verletzung des Flugbeschränkungsgebietes sofort aufsteigen, haben immerhin ganze 48 Sekunden Zeit, um ein Flugzeug, das direkt in das Gebiet einfliegt, um sich auf die Wiesn zu stürzen oder eine Bombe abzuwerfen umzuleiten oder abzuschießen.

Abschießen? Über der Stadt? Auch das macht keinen wirklichen Sinn.

Im übrigen gilt das Flugbeschränkungsgebiet nur bis 4500 ft Meereshöhe, das sind 1000 Meter über dem Boden. Verkehrsflugzeuge von Süden kommend im Anflug auf München überfliegen dieses Gebiet auf ihren Standardrouten in 5000 bis 6000 ft Höhe. Auch da wäre es im Fall der Fälle für einen Terroristen ein leichtes, das Flugzeug auf die Wiesn zu werfen.

Im harmloseren Fall machen die Piloten der Verkehrsflugzeuge ihre Passagiere in der Rechtskurve Richtung Flughafen München darauf aufmerksam, daß man unten sehr schön die Wiesn sehen kann. Bitte, liebe Kollegen aus den “Großen”, tut das auch, wir Kleinflugzeuge dürfen das zur Zeit nicht, weil wir so gefährlich sind…

Der Münchenrundflug ist ab 5.10.2009 wieder buchbar.

Kategorie: Pohle Air, Rundflüge | Drucken | Keine Kommentare »

Deutsche Kernkompetenzen

Dienstag 18. August 2009 von Christian Pohle

Heute morgen fuhr ein Fahrzeug der Caritas in München vor mir her und ich wunderte mich. Ich dachte immer, die Caritas wäre ein gemeinnütziger Verein – nicht, daß ich das anzweifeln möchte, daß  die Caritas gemeinnützig ist. Aber ich dachte auch, Autos zu bauen, wäre eine Kernkompetenz unseres Landes und wenn ich unseren Wirtschaftsminister so höre, dann ist die Autoindustrie eine sehr wichtige Industrie für Deutschland.

Warum fährt die Caritas dann ein japanisches Auto? Der Wagen ist ein “Toyota Aibo” – sicher ein gutes Auto, aber ist es denn gemein-nützig für das deutsche Volk, wenn man ein Auto fährt, das im Ausland gebaut worden ist, obwohl es in Deutschland auch Autos gäbe.

Ich verstehe das nicht.

Kategorie: Ansichten, Privat | Drucken | Keine Kommentare »

Die Zukunft der Computer

Samstag 18. Juli 2009 von Christian Pohle

Die Zukunft der Computer kann ich auch nicht zuverlässig voraussehen. Ich versuche es zwar, aber lustiger ist, die Beurteilungen der Computerzukunft aus den vergangenen 70 Jahren heute nachzulesen.

Da wäre zum Beispiel Thomas Watson, seinerzeit Chef von IBM, damals noch mit der Herstellung von Schreibmaschinen beschäftigt, der sagte 1943

Ich glaube, es gibt einen weltweiten Bedarf an vielleicht fünf Computern.

Fast schade, daß er nicht recht hatte, das würde uns einen großen Haufen Elektronikschrott sparen. Er war aber im Zeitgeist, denn noch 1949, also 6 Jahre später schrieb die Fachzeitung “Popular Mechanics”:

In Zukunft könnte es Computer geben, die weniger, als 1,5 Tonnen wiegen.

Nun, wenn man moderne iPhones ansieht, in denen in ein paar Gramm die Rechenleistung ganzer Säle voller Computer steckt – wobei ich glaube, daß man mit einem Saal voll Computer die Rechenleistung seinerzeit sinnvoller verbraten hat, als mit einem iPhone, aber das nur am Rande.

Wenige Jahre später, 1957 schrieb der Lektor für Wirtschaftsbücher
beim Verlag “PRENTICE HALL”:

Ich habe das ganze Land bereist und mit allen Experten gesprochen und ich sage Ihnen: Datenverarbeitung ist ein Mode-Fimmel, der nicht einmal das Jahr überstehen wird!

Nun, seine Hoffnung war vergebens, die elektronischer Datenverarbeitung hat sich letztendlich doch durchgesetzt, seinerzeit mit Röhren und Lochkarten. Fast ein wenig schade, denn Computer haben nicht nur möglich gemacht, mehr Arbeit in weniger Zeit zu erledigen, sondern auch viele Arbeitsplätze auf dem Gewissen, die unwiederbringlich verloren sind. Denn die Mär von “es werden eben qualifiziertere Arbeitsplätze geschaffen” die ging ja nie auf.

Als dann 1968 der Mikroprozessor erfunden wurde, sagte ein IBM-Ingenieur:

Aber … wozu soll er gut sein?

Sollen wir’s ihm erzählen? Telefone, Mikrowellen, Waschmaschinen, Autos. Er würde vielleicht einwenden, daß das alles ohne Mikroprozessor auch schon funktionierte, nicht? In die gleiche Kerbe schlägt Ken Olson, Präsident und Gründer der Digital Equipment Corporation, er konnte sich 1977 noch nicht vorstellen, daß man mal seinen Computer im Lebensmittelsupermarkt kaufen wird:

Es gibt keinen erdenklichen Grund, weshalb jemand einen Computer für zu Hause haben wollen sollte.

32 Jahre später wissen wir, daß Sie einen Computer für zu Hause brauchen, um mein Blog zu lesen…

Kategorie: Consulting, PSAG | Drucken | Keine Kommentare »

Was ist ein Weblog

Sonntag 26. April 2009 von Christian Pohle

Thomas definiert ein Weblog so:

Das ist ein Ort, wo man all das reinschreiben kann, was man immer schon mal sagen möchte aber keiner hören wollte.

Kategorie: Privat, Über mich | Drucken | Keine Kommentare »