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07

Vergleich von Gowalla und Foursquare

Filed Under (Arbeitsmethodik, PSAG) by on 07-02-2010 and tagged , ,

Meine anfängliche Begeisterung für Gowalla wich in den letzten Tagen mehr einer Ernüchterung: Gowalla ist schön und Gowalla macht Spaß. Foursquare ist nicht so schön und macht (erstmal) nicht so viel Spaß, ist aber nützlicher als Gowalla. Letztendlich entscheidet nicht immer die Schönheit oder die technische Qualität über den Durchbruch in den Mainstream – und ohne den sind beide Dienste nur hübsche Spielzeuge zum Selbstvergnügen, die bald wieder in der Schublade verschwinden.

Beide Dienste sind relativ ähnlich und ich benutze sie derzeit parallel und beleuchte hier einfach mal nacheinander, was mir bei beiden so auffällt. Ich habe zu jedem Punkt meinen persönlichen “Sieger” jeweils als ersten genannt:

Nutzer (Stand Ende Januar 2010)

  • Foursquare spricht im Augenblick von 350.000 Benutzern (Quelle). Unter meinen Twitterfreunden befinden sich 25.
  • Gowalla hat derzeit geschätze 100.000 Benutzern (Quelle). Unter meinen Twitterfreunden sind es 3.

Integration mit Twitter

  • Foursquare hat im iPhone Client eine Umkreissuche, die alle Georeferenzierten Tweets um meinen aktuellen Standort herum anzeigt, es zeigt somit also nicht nur CheckIn’s um mich herum an, sondern alle Tweets, die mit einem Standort gesendet wurden. Das ist praktisch, um Twitterer am aktuellen Ort zu finden, die nicht über Foursquare oder Gowalla verfügen.
  • Twittern an sich können inzwischen beide gut, man kann bei jedem Check In einzeln angeben, ob dieser getwittert werden soll und man kann noch was dazuschreiben, was man gerade am Standort tut – das ist wichtig, denn einfach zu twittern, wo man ist, ist für die meisten Leser langweilig (und meine Kürzel für die Übertragung zu Facebook, LinkedIn und Xing muß ich ja auch hinzufügen).

Integration ins Blog

  • Für Gowalla gibt es WP-Walla, ein sehr hübsches Plugin, das in der Sidebar nicht nur die Orte und die Checkin-Zeiten fehlerfrei einblendet, sondern auch die Icons, die innerhalb von Gowalla verwendet werden:

WP-Walla

  • Foursquare stellt nur einen RSS Feed zur Verfügung (über History – Feeds aufrufbar). Diesen kann man direkt ins Blog einfügen. Es gibt auch ein Plugin, das diesen formatiert ausgibt, das ist aber auch nicht so “schön”, weil die Bilder fehlen.

Plattformen (das ist wichtig, die Menschen haben nicht nur iPhones)

Tipps

  • Man sieht auch hier, Foursquare ist für Freunde gemacht: Man kann zu jedem Place einen oder mehrere Tipps hinterlegen und dort auch weiterführende Links angeben:

Tipps in Foursquare

  • In Gowalla kann nur der Ersteller eines Places einen Tipp zu diesem hinterlegen.

Geografische Exaktheit

  • Foursquare nimmt es mit dem Standort nicht so genau, das GPS wird lediglich verwendet, um Orte in der Nähe zu finden. Will man einfach was mitteilen, daß man jetzt weg ist, dann kann man auch “off the grid” einchecken, ohne Standortmeltung.
  • Gowalla ist auf den Meter genau. Zu jedem Place läßt sich genau festlegen, in welchem Umkreis ein CheckIn möglich sein soll und Gowalla hält sich auch daran. So ist sichergestellt, daß Nutzer, die an einem Punkt einchecken, auch genau dort sind (das kann natürlich auch ein Fluch sein, wenn das eingebaute GPS gerade glaubt, daß es ganz woanders ist.

Doppelte Orte

  • Durch die geografische Exaktheit findet man in Gowalla schnell den Ort, wenn dieser schon existiert. Daher kommen Duplikate weniger vor. Das kann aber auch daran liegen, daß Gowalla im Augenblick deutlich weniger Benutzer hat.
  • Foursquare bietet Punkte in einem weiteren Umkreis an, um dort einzuchecken, da passiert es leicht, daß man den gewünschten Punkt nicht findet und einen neuen anlegt (den Flughafen München habe ich schon 6 mal entdeckt).

Kategorien von Punkten

  • Bei Gowalla muß jeder Punkt, wenn er erstellt wird, in eine Kategorie eingeteilt werden, diese sind recht strikt. Dadurch fällt das Einordnen auch für ungeübte leichter. Punkte in der Nähe kann man auch über die Kategorien suchen, das ist nütlich, wenn man z.B. den nächstgelegen Schuhladen sucht.
  • Foursquare sortiert die Punkte garnicht, sondern verläßt sich auf die User, daß eine eindeutige Beschreibung hinterlegt wird. Man findet die Punkte dann auch nur über den Namen oder über die Tipps der Freunde.

Nachbearbeiten von Punkten

  • Im Webinterface von Gowalla kann man auf der Google Map den Ort auf den Meter genau positionieren. Das hilft, denn die Pohle & Schultes AG ist nun mal nicht in der Mitte der Gartenstraße, sondern am Ende:

Gowalla Punkte Editieren

  • Foursquare erlaubt es nur, über die Eingabe einer Adresse einen Punkt genau anzulegen und diese Adresse muß so eingegeben sein, daß sie von Google Maps exakt interpretiert werden kann. Im Falle des Rasthauses Oberaudorf ist das schlecht, denn die Straße hat keinen Namen und man muß den Namen der danebenliegenden Straße nehmen:

Foursquare Straßen

Spieleffekt vs. Nützlichkeit

  • Foursquare definiert den Benutzer zum Mayor, der am häufigsten an diesem Platz eingecheckt hat und zeigt alle Tipps von anderen an, die diese an diesem Platz hinterlassen haben. Foursquare führt außerdem eine übersichtliche History aller eigenen Aktivitäten, wie ein Tagebuch.
  • Gowalla erlaubt das Aufnehmen, Ablegen und Tauschen von virtuellen Items (das erinnert an die Kindheit mit Sammelkarten), verleiht Badges für Vielreisende und definert Trips, die man vervollständigen muß, um den Batch zu erhalten. Es gibt einen persönlichen Tresor für die virtuellen Items. Es werden zu jedem Platz die 10 Personen gelistet, die am häufigsten da waren.

Beide Dienste haben, wie man sieht, jeweils ihren Reiz. Letztendlich entscheidet, welcher Dienst für die Anwender der nützlichere sein wird und hier tippt meine Nase derzeit eher auf Foursquare (obwohl mir Gowalla immer noch besser “gefällt”). Wie bei allen Glaskugelbetrachtungen werden wir in einem Jahr (oder schon früher) sehen, ob meine Nase richtig tippte.




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