Man kann in den Optionen der Microsoft Windows Server Update Services zwar einen Synchronization Schedule einstellen und dem WSuS damit zumindest sagen, wann er bitte mit dem Download der Updates vom Microsoft Server oder vom übergeordneten WSuS Server beginnen möge:
Mehr, als eine Bitte ist das aber nicht. Die tatsächliche Übertragung der Patches wird durch den Background Intelligent Transfer Service (kurz BITS) durchgeführt und der entscheidet meist selbst, wann er übertragen möchte.
Das fällt in den meisten Netzwerken nicht weiter auf, zumindest wird nicht unmittelbar klar, daß die WAN Leitungen durch die Übertragung von Patches zwischen den WSuS Servern langsam sind. In einer aktuellen Installation sind die WAN Leitungen aber mit Citrix WanScaler komprimiert und der liefert erstklassige Statistiken, wann tatsächlich übertragen wird und gibt dazu auch die Nodes an. So konnten wir ermitteln, daß die Übertragun der Patches mitnichten nur in der Nacht stattfindet, wie das eigentlich im Synchronization Schedule durch die Vorgabe der Startzeit gewünscht wäre.
Abhilfe gibt es aber: Der BITS Dienst läßt sich über Group Policies bzw. direkte Registry Einträge konfigurieren. So findet man auf einem Windows 2008 Server ein Setting “Limit the maximum network bandwit (auf Windows 2003 findet man das an gleicher Stelle in den Group Policies, aber dort sind nicht soviele andere Optionen einstellbar):
Hier kann man nun die genauen Zeiten angeben, zu denen man die Übertragungsbandbreite begrenzt haben möchte. Wir haben uns entschieden, für die nächtliche Übertragung mehr Bandbreite und tagsüber weniger bereitzustellen, man könnte hier natürlich auch z.b. von 7 – 20 Uhr auf 500 MBit begrenzen und den Rest auf Maximale Übertragung setzen – das muß von Netz zu Netz gesondert entschieden werden:
Diese Einstellung muß auf jedem WSuS Server im Netzwerk lokal durchgeführt werden und anschließend wird der BITS Dienst in den Windows Services neu gestartet. Bei einer sternförmigen Architektur von WSuS Servern limitiert der zentrale Server die gesamte verfügbare Bandbreite. Ich würde also empfehlen, in den Außenstellen eine Geschwindigkeit zu wählen, die zur jeweiligen lokalen WAN Anbindung paßt und in der Zentrale entsprechend mehr Bandbreite zu genehmigen, wenn dort ein schnellerer WAN Anschluß vorhanden ist.