Jun
28

Paketdienste – zuviel ist nicht gut

Früher mal, da hieß es im Unternehmen “War heute die Post schon da?” – damit wurde ausgesagt, ob man das Thema “Lieferungen” oder “Briefe” für heute abhaken konnte. Wenn die Post schon da war und etwas noch nicht dabei war, dann eben morgen.

Heute ist das grundlegend anders. Denn statt einer staatlichen Post kommen selbst bei uns in Dorfen 10 verschiedene Paketdienste. Das geht vom ersten Zusteller morgens um 8 bis zum letzten am nachmittag gegen 16:30 Uhr.

Paket

Das ist für uns als Unternehmen unpraktisch, weil wir wegen jedem Paket einzeln aus unserer Arbeit, unserer Konzentration gerissen werden. Da lehre ich in meinen Workshops zur Arbeitsmethodik, daß man nur dreimal am Tag in seine eingehenden E-Mails sehen soll, aber die Paketdienste die reißen mich bis zu 10 Mal aus meinen Gedanken.

Die Lieferungen werden dadurch aber auch nicht besser, als früher, denn wir erhalten nicht mehr oder weniger Waren als vorher – nur öfter.

Auch aus dem Umweltschutzaspekt heraus sind die vielen Paketdienste keine gute Idee – jeder fährt nur ein paar Pakete spazieren (von den ganz großen Unternehmen mal abgesehen, die immer noch ihre Laster voll bekommen) und wo früher ein größerer Lastwagen genügte, um alle Pakete zu transportieren, fährt heute jeder Fahrer in seinem eigenen Kleinbus (meistens noch im wahrsten Sinne des Wortes, denn viele Fahrer von Paketdiensten sind heute schon selbstständige Subunternehmer – selbständig zumindest, was das finanzelle Risiko angeht).

Paketdienst

Natürlich finde ich es toll, daß man um 19:30 bei Amazon in Bad Hersfeld etwas bestellt und der DHL Bote fährt am nächsten Morgen in einem gelben Golf von München nach Dorfen, um es vor 12 Uhr zuzustellen. Halt mal, finde ich das wirklich so toll? Modern zumindest ist sie, die Logistik, die dahinter steckt. Erlaubt sie uns doch, ohne Lagerhaltung und ohne vorherige Planung die Dinge, die wir brauchen, im jeweiligen Moment, wo wir sie brauchen, zu bestellen.

Modern ist das schon, aber unsere Umwelt und letztendlich wir, zahlen die Zeche dafür: Denn die ganzen Lastwagen werden mit fossilen Brennstoffen angetrieben, produzieren CO2 und nützen ihre Reifen und unsere Straßen ab. Wenn wir dann noch die benötigten Verpackungsmaterialien auf einen Haufen legen, um jedes Trumm einzeln zu verpacken, dann wird mir vollends übel bei der Vorstellung.

Tun wir was: Wir versprechen hiermit, daß wir in Zukunft nur noch einmal pro Woche die benötigten Waren für unser Unternehmen bestellen!

Mittwoch

Wir sammeln in Zukunft alle notwendigen Bestellungen über die ganze Woche und am Mittwoch vormittag setzen wir uns hin und versuchen, die Dinge so zu bestellen, daß sie in möglichst wenig Lieferungen zu uns kommen. Vielleicht tritt dabei als Nebeneffekt schon eine Verringerung der Bestellungen auf, denn es könnte ja sein, daß eine Bestellung nach ein paar Tagen schon gar nicht mehr notwendig ist.

Wir werden an dieser Stelle wieder berichten, ob wir mit dieser Idee erfolgreich sind.




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coded by nessus


2 Responses to “Paketdienste – zuviel ist nicht gut”

  1.   Jens Arne Männig Says:

    Ja die Paketdienste … Mein Home Office befindet sich in einem Wohnhaus mit acht Mietparteien. Die von dir zitierten zehn Paketdienste fahren hier auch täglich vor, nur selten wegen mir, aber wegen anderer Mieter, die stets das eine oder andere bestellen. Und jeder der Paketdienste fährt zunächst einmal eilig vor (die Geschwindigkeitsbeschränkung im verkehrsberuhigten Bereich muss sich leider dem knappen Dienstplan unterordnen) und klingelt dann sicherheitshalber bei allen Mietern, denn irgendjemand wird dann schon aufmachen. Und das ganze eben im Schnitt vier- bis achtmal täglich. Ja, früher, mit der Post, da wars halt noch gemütlich …

  2.   Christian Pohle Says:

    Stimmt, den Aspekt hatte ich noch gar nicht bedacht. Früher war das “Beim Nachbarn abgeben” auch noch Ehrensache aber inzwischen möchte man sich tatsächlich weigern, als verlängerter Arm der Paketdienste zu dienen, die damit ihre eigenen Aufwände “Wie stelle ich einer Privatperson zu, die ich nicht antreffe” bequem auf andere auslagert.

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