Off-Road-Fahrertraining im Land Rover Experience Center

Freitag 25. September 2009 von Christian Pohle

Nachdem das Team vom Autohaus Esser sehr schnell bemerkt hat, daß wir nicht nur Geländewagen besitzen, sondern diese auch im Gelände benutzen möchten, war schnell klar, womit man uns eine Riesenfreude machen kann: Ein Fahrertraining im Landrover Experience Center in Wülfrath (das ist in der Nähe von Düsseldorf). Hier war Dennis Leibe einen ganzen Tag für uns abgestellt, um uns näher zu bringen, was “Off-Road” Fahren wirklich bedeutet.

Wir haben gelernt, daß “Off-Road” Fahren fast garnichts mit reinem “Allradantrieb” zu tun hat. Off-Road ist tatsächliche Geländetauglichkeit eines Fahrzeuges, dazu gehört vor allem, sich an das Gelände anzupassen und damit umzugehen. Die Konstruktion des Defender ist zwar 60 Jahre alt, aber dieses Auto hat uns heute nachhaltig beeindruckt und gezeigt, wie geländetauglich diese Konstruktion ist. Der Defender 2007 fährt quasi “von alleine” Berge rauf und wieder runter.

Morgens, vor dem Training, sagte Thomas noch: “Diesen Berg da, den fahre ich aber nicht rauf”. Im Laufe des Tages fuhr er diesen Berg nicht nur rauf, sondern auch wieder runter. Wenn er zudem gewußt hätte, daß er mehrfach mitten an diesem und anderen Bergen stehen bleiben wird und dann rückwärts wieder runter fahren wird, was hätte er dann wohl gesagt? Der Erfolg des Fahrertrainings ist, daß wir beide heute Methoden gelernt haben, wie wir solche Berge hinauf und hinunter befahren und was wir tun, wenn man, warum auch immer, den Berg nicht ganz hinauffahren kann (oder möchte):

Bergauf im Landrover Experience Center

Leider kann man im Bild nicht so eindrucksvoll zeigen, wie sich das anfühlt, wenn man einen Berg mit 110% Gefälle runterfährt und daß man sich dabei völlig sicher fühlt:

100% Gefälle

Grobe Unebenheiten des Weges meistert der Defender mit Bravour. Das Auto im folgenden Bild ist nicht kaputt, es steht nur mit dem linken Vorderrad und dem rechten Hinterrad jeweils in einem Loch. Da die Achsen starr sind, kommt es zur sogenannten Verschränkung der Achsen – das sieht spektakulär aus, daher habe ich an dieser Stelle angehalten und Thomas hat’s fotografiert:

Landrover Defender in der Verschränkung

Hier noch der Beweis, daß das rechte Hinterrad auch im Loch steht – ich lehne mich übrigens nur an, ich muß das Auto nicht festhalten ;-)

Christian am Defender auf dem Verschränkungsparcours

Der Landrover Discovery hat ja keine starren Achsen, er löst diese Verschränkung mit seiner Luftfederung. Von der Seite sieht das nicht so spektakulär aus, wie beim Defender, aber von hinten sieht man recht deutlich, was das System hier leistet:

Verschränkung Discovery

Der Freelander ist da etwas eingeschränkt, denn er hat auch eine Einzelradaufhängung aber keine Luftfederung. Also hängt ein Rad in der Luft:

Freelander Verschränkung

Generell ist der Freelander als sogenanntes Sports Utility Vehicle (laut Wikipedia hat Landrover mit dem Freelander die gesamte SUV Klasse erfunden) für grobes Gelände nicht so geeignet. Das liegt an der geringeren Bodenfreiheit gegenüber Defender und Discovery und an der reinen Einzelradaufhängung, die Verschränkungen nicht meistert. Berge rauf und runter, Wasserdurchfahrten und verschiedenste Untergründe meistert der Freelander aber, im Gegensatz zu den meisten SUVs, ganz hervorragend, wie wir heute sehen konnten. Wir sind die meisten Hindernisse, die wir mit dem Defender überwunden haben, in der nächsten Runde mit dem Freelander gefahren.

Wir haben heute auch gelernt, daß Off-Road Fahren viel mit dem Fliegen gemeinsam hat: Man muß sich vorher klar werden, was man tun möchte, dann festlegen, wie man es tun möchte und dann tut man das, was man sich vorgenommen hat. Natürlich gehört dazu auch, vor einer Bergabfahrt genau zu prüfen, wie der Berg beschaffen ist. Thomas inspiziert hier, vor der Bergabfahrt mit dem Freelander, ob die Stufen im Boden für die Bodenfreiheit des Freelander nicht zu tief sind:

Prüfung des Bodens vor der Bergabfahrt

Natürlich hebt hier schon mal ein Rad (hier rechts hinten) vom Boden ab:

Rad vom Boden abgehoben

Etwas anderes hat Off-Road auch noch mit dem Fliegen gemeinsam: Die Schräglage. Wir sind heute mehrfach eine 30 Grad Schräglage gefahren, das ist die Standard-Schräglage in Kurven bei unseren Rundflügen – im Defender fühlt sich das allerdings spektakulärer an, weil wir ja ganz langsam fahren und nicht durch eine Kurve fliegen. Thomas hat versucht, das zu fotografieren, aber im Foto kommt nicht wirklich rüber, wie schräg das ist:

30 Grad Schräglage

Nach sorgfältiger Prüfung der Wassertiefe und des Untergrunds im Wasser geht’s mit eingelegtem zweiten Gang (und einem mulmigen Gefühl im Bauch) durch den Wasserlauf. Defender und Freelander haben beide eine Wattiefe von bis zu 50 cm:

Fahrt ins Wasser

Später hat Thomas das mit dem Freelander wiederholt

Wasserdurchfahrt mit dem Freelander

die Durchfahrt duch das Wasser gibt es auch als Film:

Für das leibliche Wohl ist beim Landrover Experience Center gesorgt, es gab ein leckeres warmes Mittagessen, vor einer überragenden Kulisse:

Mittagessen im Landrover Experience Center

Als absolutes Schmankerl zum Schluß durfte Thomas mit dem Freelander über die Wippe fahren. Ich habe versucht, das zu fotografieren, wie die Wippe kippt

Freelander auf der Wippe

aber das kann man nicht fotografieren, daher das gibts auch das als Film

Einen herzlichen Dank an Dennis Leibe für seine anschaulichen Erklärungen und für die Sicherheit, die er uns den ganzen Tag vermittelt hat. Danke auch an das Team vom Autohaus Esser, das uns diesen Tag ermöglicht hat.

Dieser Beitrag wurde erstellt am Freitag 25. September 2009 um 18:56 und abgelegt unter PSAG, Werksverkehr. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten. Drucken

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