Seit heute hängt eine Mutteruhr in unserem Rechenzentrum an der Wand und stellt 6 analoge Linien für die Versorgung von Nebenuhren bereit. Die Mutteruhr kam über eBay zu uns und ist eigentlich ein recht modernes System, denn sie ist bereits voll elektronisch:
Die 6 ausgehenden Linien. Hier liefert die Uhr zu jeder vollen Minute ein mal so mal so gepoltes 24-Volt Signal ab. Die Signale unterscheiden sich, ob es sich um eine gerade oder eine ungerade Minute handelt.
Der Stützakku, wenn mal Stromausfall ist, dann läuft die Mutteruhr weiter, allerdings werden die Nebenuhren erst nach der Rückkehr des Stroms auf die aktuelle Zeit eingestellt. Bei uns im Rechenzentrum muß der Strom aber so lange ausfallen, daß unsere USVs abschalten, so daß das selten vorkommen wird.
Richtig modern ist sie, weil hier der Empfänger für das DCF-77 Zeitsignal angeschlossen wird.
Für den Empfänger für das DCF-77 Zeitsignal hatten wir zuerst den Plan, diesen auf dem Dachboden zu montieren und das Kabel über die Hausverkabelung runterzuführen. Wir haben ihn dann aber spaßeshalber mal an die Wand vom Rechenzentrum gehalten und über den Ohrhörer (ja, da mußte eines unserer iPhone Headsets dienen) hörte man einwandfrei das Signal des Senders in Mainflingen. Also wurde er dort gleich montiert:
Die Mutteruhr wurde dann verschlossen und strahlt mit ihrer Aufschrift "Telequartz" ein wenig den Charme der späten 70er Jahre aus, als Quartzuhren unheimlich modern waren:
Das Kabel von den Linien wurde einfach in den Patchkasten unserer Telefonverteilung eingeführt und so können wir es von da durchs Haus einfach weiterverteilen.
Der DCF-77 Empfänger ist übrigens auch wieder zugeschraubt:
An dieser Stelle eine Erklärung zum roten Logo "WAPO" auf den Geräten: Das ist die Abkürzung von Warkalla und Pohle. Unser Nachbar Günter Warkalla ist nämlich der Auslöser dieses Projektes. Er ist Uhrmachermeister im Ruhestand und war früher bei der Deutschen Bahn zuständig für die Uhrenanlage, die aus Mutteruhren und Nebenuhren besteht. Seine Erzählungen begeisterten Thomas so sehr, daß er eBay durchforstete und die oben gezeigte Mutteruhr, sowie einige sehr schöne Nebenuhren ersteigerte, die nun nach und nach installiert werden.
Die erste hängt im Raum "Housekeeping", dort war bereits eine nicht benutzte Telefonleitung vorhanden und so ging das recht schnell:
Die zweite Uhr, die wir heute montierten, hängt im Garten. Sie ist recht groß, daher habe ich zum Vergleich mal die Glühbirnen der Lichterkette mit auf dem Bild gelassen. Die Uhr kam recht demoliert und ohne Glas zu uns, aber das war kein Problem. Ein Glaser in Erding sorgt für eine passende Scheibe, unser Reifenservice für die Spraylackierung in mattem Silber, Günter für ein funktionierendes Uhrwerk und wir für die Leitung:
Im Prinzip ist so ein Mutteruhrsystem eine feine Sache: Die Mutteruhr hat ein Quarzwerk, das von Haus aus mit einer relativ hohen Gangenauigkeit läuft. Sie paßt ihre Zeit immer wieder an die Zeit an, die sie vom DCF-77 Sender in Mainflingen empfängt, also die Zeit der Cäsium Atomuhr der PTB in Braunschweig. Somit ist eine Gangenauigkeit von 1 Sekunde in 30.000 Jahren erreichbar - gut, das werden wir nicht mehr erleben.
Die Linien sind normale 2-draht Telefonkabel, die von der Mutteruhr aus zu den Nebenuhren gehen. Man kann mehrere Nebenuhren an eine Linie hängen, so daß die Mutteruhr eine hohe Zahl von Nebenuhren versorgen kann. Immer wenn eine Minute vergangen ist, schickt die Mutteruhr einen Stromimpuls von einer Sekunde Dauer auf die Leitungen und die Uhren schalten eine Minute weiter.
Die Uhren selbst benötigen keine eigene Stromversorgung, brauchen also auch keine Batterie, und kein Akku, was man regelmäßig tauschen müßte. Sie werden durch die Mutteruhr automatisch auf Sommerzeit vor und auf Normalzeit wieder zurückgestellt. Eigentlich doch eine feine Sache, oder?
Natürlich gibt es inzwischen modernere Systeme, wo als Mutteruhr einfach ein NTP Server dient, der sich mit einem Zeitserver im Internet synchronisert. Die Uhren werden hierbei ans Ethernet angeschlossen, via POE mit Strom versorgt und holen sich ihre Zeit vom NTP Server.
Schön und gut, aber wir halten unsere analogen zweidrahtverkabelten Nebenuhren, die zu jeder vollen Minute vernehmlich klicken einfach für romantischer.
Seit heute hängt eine Mutteruhr in unserem Rechenzentrum an der Wand und stellt 6 analoge Linien für die Versorgung von Nebenuhren bereit. Die Mutteruhr kam über eBay zu uns und ist eigentlich ein recht modernes System, denn sie ist bereits voll elektronisch:

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Die 6 ausgehenden Linien. Hier liefert die Uhr zu jeder vollen Minute ein mal so mal so gepoltes 24-Volt Signal ab. Die Signale unterscheiden sich, ob es sich um eine gerade oder eine ungerade Minute handelt.
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Der Stützakku, wenn mal Stromausfall ist, dann läuft die Mutteruhr weiter, allerdings werden die Nebenuhren erst nach der Rückkehr des Stroms auf die aktuelle Zeit eingestellt. Bei uns im
Rechenzentrum muß der Strom aber so lange ausfallen, daß unsere USVs abschalten, so daß das selten vorkommen wird.
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Richtig modern ist sie, weil hier der Empfänger für das DCF-77 Zeitsignal angeschlossen wird.
Für den Empfänger für das DCF-77 Zeitsignal hatten wir zuerst den Plan, diesen auf dem Dachboden zu montieren und das Kabel über die Hausverkabelung runterzuführen. Wir haben ihn dann aber spaßeshalber mal an die Wand vom Rechenzentrum gehalten und über den Ohrhörer (ja, da mußte eines unserer iPhone Headsets dienen) hörte man einwandfrei das Signal des Senders in Mainflingen. Also wurde er dort gleich montiert:

Die Mutteruhr wurde dann verschlossen und strahlt mit ihrer Aufschrift “Telequartz” ein wenig den Charme der späten 70er Jahre aus, als Quartzuhren unheimlich modern waren:

Das Kabel von den Linien wurde einfach in den Patchkasten unserer Telefonverteilung eingeführt und so können wir es von da durchs Haus einfach weiterverteilen.
Der DCF-77 Empfänger ist übrigens auch wieder zugeschraubt:

An dieser Stelle eine Erklärung zum roten Logo “WAPO” auf den Geräten: Das ist die Abkürzung von Warkalla und Pohle. Unser Nachbar Günter Warkalla ist nämlich der Auslöser dieses Projektes. Er ist Uhrmachermeister im Ruhestand und war früher bei der Deutschen Bahn zuständig für die Uhrenanlage, die aus Mutteruhren und Nebenuhren besteht. Seine Erzählungen begeisterten Thomas so sehr, daß er eBay durchforstete und die oben gezeigte Mutteruhr, sowie einige sehr schöne Nebenuhren ersteigerte, die nun nach und nach installiert werden.
Die erste hängt im Raum “Housekeeping”, dort war bereits eine nicht benutzte Telefonleitung vorhanden und so ging das recht schnell:

Die zweite Uhr, die wir heute montierten, hängt im Garten. Sie ist recht groß, daher habe ich zum Vergleich mal die Glühbirnen der Lichterkette mit auf dem Bild gelassen. Die Uhr kam recht demoliert und ohne Glas zu uns, aber das war kein Problem. Ein Glaser in Erding sorgt für eine passende Scheibe, unser Reifenservice für die Spraylackierung in mattem Silber, Günter für ein funktionierendes Uhrwerk und wir für die Leitung:

Im Prinzip ist so ein Mutteruhrsystem eine feine Sache: Die Mutteruhr hat ein Quarzwerk, das von Haus aus mit einer relativ hohen Gangenauigkeit läuft. Sie paßt ihre Zeit immer wieder an die Zeit an, die sie vom DCF-77 Sender in Mainflingen empfängt, also die Zeit der Cäsium Atomuhr der PTB in Braunschweig. Somit ist eine Gangenauigkeit von 1 Sekunde in 30.000 Jahren erreichbar – gut, das werden wir nicht mehr erleben.
Die Linien sind normale 2-draht Telefonkabel, die von der Mutteruhr aus zu den Nebenuhren gehen. Man kann mehrere Nebenuhren an eine Linie hängen, so daß die Mutteruhr eine hohe Zahl von Nebenuhren versorgen kann. Immer wenn eine Minute vergangen ist, schickt die Mutteruhr einen Stromimpuls von einer Sekunde Dauer auf die Leitungen und die Uhren schalten eine Minute weiter.
Die Uhren selbst benötigen keine eigene Stromversorgung, brauchen also auch keine Batterie, und kein Akku, was man regelmäßig tauschen müßte. Sie werden durch die Mutteruhr automatisch auf Sommerzeit vor und auf Normalzeit wieder zurückgestellt. Eigentlich doch eine feine Sache, oder?
Natürlich gibt es inzwischen modernere Systeme, wo als Mutteruhr einfach ein NTP Server dient, der sich mit einem Zeitserver im Internet synchronisert. Die Uhren werden hierbei ans Ethernet angeschlossen, via POE mit Strom versorgt und holen sich ihre Zeit vom NTP Server.
Schön und gut, aber wir halten unsere analogen zweidrahtverkabelten Nebenuhren, die zu jeder vollen Minute vernehmlich klicken einfach für romantischer.
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coded by nessus
August 14th, 2010 at 20:23
Eure Mutter aus München grüßt ganz herzlich die Mutteruhr in Dorfen,hoffentlich ohne Sorgen.
September 2nd, 2010 at 11:31
Wenn ich jetzt nur einen Sinn und Nutzen für 6 oder mehr Wanduhren hätte
oder den Keller für meine eigene Cäsiumuhr
September 2nd, 2010 at 11:55
Wir finden vor allem die völlige Wartungsfreiheit der Uhren toll – man muß nicht jedes Jahr eine neue Batterie reinlegen.
)
Aber: Man kann auch in einer kleinen Wohnung mehrere Uhren aufhängen