Jan
25

Kleine Statistik meiner Klausurtage auf Fuerteventura

Ich benutze ja gerne den Begriff "Klausurtage" anstelle von Urlaub. Natürlich sehe ich ein, daß in der Vorstellung der meisten Menschen eine Reise nach Fuerteventura "Urlaub" bedeutet und mit diesem Wort verbindet man dann nicht nur Sonne, Meer, Strand und Wärme, sondern auch "Nicht arbeiten".

Ich möchte aber hier auf Fuerteventura nicht auf meine interessanten Projekte verzichten (Genauso, wie ich zuhause nicht auf freie Zeit oder Vergnügungen verzichten möchte).

Drum achte ich sehr darauf, nicht trennen zu müssen, keine "freien Tage" oder "Urlaubstage" zu haben (im Gegensatz dann zu "Arbeitstagen") und keine geregelte Woche einzurichten (Ihr habt schon gemerkt, daß mir Wochenenden alles andere, als heilig sind). Einzige Ausnahme: Wenn ich mal poste, daß ich einen Abend frei haben möchte, und meine Kunden bitte ihre Rechner in Ruhe lassen sollen – das meine ich dann auch so….

Drum gibts auch nicht "Jetzt bin ich im Urlaub und ab Freitag muß ich armer wieder arbeiten" (dann würde es mir heute abend nicht besonders gut gehen, muß ich, nein, darf ich doch morgen wieder zurückfliegen.

WorkLifeBalance2

Der neumodische Begriff dafür lautet "Work-Life-Balance" und ich sehe das vor allem nicht als zeitliche Balance, sondern darin, daß meine Arbeit ein integraler Bestandteil meines Lebens ist und ich sie wirklich gerne tue. Ich muß mich nicht dazu zwingen. Ganz im Gegenteil, Ihr müßtet mich dazu zwingen, sie nicht zu tun.

So ist nicht weiter verwunderlich, daß die Statistik meiner Arbeitsstunden hier auf Fuerteventura kaum von den restlichen Wochen abweicht. Gut, ich habe die eine oder andere Stunde weniger gearbeitet, zugunsten einiger Spaziergänge am Strand. Dafür ist der Anteil der verrechenbaren Stunden höher, als im Büro (diese Woche 80%, verglichen mit 65% im Jahresmittel). Gesamt waren es in den 6 Tagen hier auf der Insel 40 Stunden verrechenbar und 10 Stunden nicht verrechenbar macht zusammen 50 Stunden und das ist auch nur geringfügig weniger, als meine 53 Wochenstunden aus dem Jahresmittel:

Übersicht der Arbeitsstunden

Anmerkung: Der Ausreißer am 4. Januar ist übrigens richtig – an diesem Tag habe ich tatsächlich 17 Stunden gearbeitet, weil ich tagsüber beim Kunden war und am Abend den Testaufbau für unsere Veranstaltung am 5. Januar durchgeführt habe.

Natürlich wünschten mir alle einen "schönen Urlaub" und am Telefon wurde ich ständig gefragt, "darf ich Sie im Urlaub stören". Das ist sehr nett gedacht, aber letztendlich habe ich nur meinen Lebensraum für eine Woche verlegt. Nämlich raus aus dem kalten, dunklen Deutschland in eine Gegend mit 22 Grad Lufttemperatur und Sonnenschein. Drum muß ich schmunzeln, wenn der Kellner im Restaurant in seinem Bemühen ums Deutsche meint, "Schade, ist Urlaub wieder vorbei" und ich mich überhaupt nicht so fühle, als ob etwas zu Ende ginge. Ich verlege halt morgen wieder zurück. In ein Land, in dem die Benutzung der Sauna Sinn macht. Da freue ich mich schon wieder drauf.




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