Die Methode, mit der wir bisher Sendungen vom Fernsehen aufgenommen haben, ist nicht mehr zuverlässig, zu alte und verbraucht zuviele Ressourcen. Ich habe daher die Aufnahmelösung über das Pfingswochenende neu gestaltet. Die Anforderungen sind einfach:
Ich habe zwei alte Hauppauge Karten WinTV PVR 350 die ich vor allem dafür schätze, daß sie die MPEG Komprimierung auf der Karte durchführen und ich daher einen alten Rechner für den Job verwenden kann. Ich habe natürlich auch einen alten Rechner, eine 1 GHz Kiste mit 256 MB RAM und einer 30 GB Harddisk. Das erfüllt Anforderung 6.
Auf dem Rechner wird zunächst mal die mitgelieferte Windows XP Lizenz frisch installiert und alle Komponenten, die nicht benötigt werden, werden nicht installiert bzw. wieder deinstalliert. So entsteht ein “Mini XP”, das auf 256 MB hochperformant läuft und in etwa 20 Sekunden booted, selbst auf dieser alten Hardware.
Von Hauppauge wird dann die aktuelle Software für den Win TV PVR 350 geladen und gemäß Anleitung auf der Hauppauge Website installiert. Es wird ein Kanalsuchlauf durchgeführt und die Kanäle im Channel Manager mühsam beschriftet, weil nicht jeder Kanal immer anzeigt, wer er ist.
Es wird dann für die Aufnahme der Pfad eingestellt, und für unsere Zwecke, so haben wir mal festgestellt, ist “DVD Long Play” völlig ausreichend, weil wir auf unserer, bereits erwähnten, analogen Streaming Hardware den Unterschied zu DVD Standard Play nicht bemerken – spart aber Speicherplatz.
Es wird eine manuelle Aufnahme getestet und die Anforderungen 1 und 2 sind erfüllt.
Die Fernbedienung erledige ich mit LogMeIn, das wird auf dem Rechner installiert und ich kann von überall her per Internet jederzeit auf den Rechner zugreifen. Dafür genügt ein LogMeIn Free völlig. Anforderung 4 erfüllt.
Aus Performancegründen habe ich aber dem Rechner die Netzwerkclients nicht installiert, so daß er nur über TCP/IP verfügt und nicht über Microsoft Client oder Server:
Somit kann ich Anforderung 3 nur erfüllen, wenn ich LogMeIn in der Pro Version installiere, denn da ist der FileManager dabei, den ich dann auf dem Streaming Server aufrufe und die aufgenommenen Dateien übertrage:
Jetzt geht’s ans Strom- und Wärme sparen – einer der Hauptgründe, die alte Lösung aus 2 dBoxen, einem Grabber Server und einem eigenen Netzwerk neu zu designen. Wenn ich über die Jahre sehe, wieviele Sendungen wir vom Fernsehen aufnehmen, dann kommen wir in etwa auf 1 Sendung pro Woche. Da bedeutet aber, bei durchschnittlicher Dauer von 1,5 Stunden, daß der Aufnahme PC jede Woche 166 1/2 Stunden umsonst läuft, das sind 99,1 % der Zeit.
Der Hauppauge Scheduler legt nun standardmäßig beim Eintragen eines Aufnahmejobs jeweils 2 Minuten vorher einen zweiten Job an, der den Computer aufwecken soll:
In den Eigenschaften des Tasks sieht man dann, daß der Computer durch diesen Task aufgeweckt werden soll:
Wichtig ist, daß der Computer nun nur in “Stand by” geschaltet wird und nicht heruntergefahren, sonst kann er sich nicht wieder einschalten:
So wird der Computer zur Aufnahme der Sendung eingeschaltet, nimmt die Sendung auf und geht dann wieder in Standby Modus. Anforderung 5 “Green IT” ist erfüllt!
Ich habe gehört, daß dies auch mit dem Hibernate Modus funktionieren soll, das kann ich aber nicht nachvollziehen, denn der von mir dafür verwendete Computer läuft dann nicht an. Es gibt aber große Unterschiede in der Implementierung des APM 1.2, so daß ich es durchaus für möglich halte, daß es andere Rechner einwandfrei können. Das würde gegenüber dem Standby nochmal mehr Strom sparen. Für unsere Zwecke reicht Standby zur Zielerfüllung aber völlig aus.
Mit Erfüllung von Anforderung 5 kann ich aber nun nicht mehr von überall her auf den Rechner zur Programmierung zugreifen, denn wenn er im Standby ist, kann man ihn logischerweise nicht mit LogMeIn fernsteuern! Er ist aber nicht der einzige Rechner im Netzwerk, so daß ich ihn von einem anderen Rechner aus aufwecken kann. Dazu brauche ich die MAC Adresse des Rechners, die ich mit IPCONFIG /ALL erhalte:
und z.B. das Programm Jummi’s Magic Packet, dort trägt man einmal die MAC Adresse in, kann den Computer abspeichern und hat ihn dann immer wieder zur Verfügung. Klick auf “Wake Up” und er wacht auf (dazu muß im BIOS “WOL” oder “Wake on LAN” aktiviert sein!):
So, alle Anforderungen erfüllt, Projekt erfolgreich beendet, Dokumentation erledigt. Jetzt sollte nur noch was aufnehmenswertes im Fernsehen gesendet werden…..
September 10th, 2009 at 19:45
Mit Erscheinen von LogMeIn Pro2 und LogMeIn Central ist es für mich nun nicht mehr nötig, den PC von einem Rechner im Netzwerk aus aufzuwecken – das kann ich jetzt aus der Konsole von LogMeIn Central erledigen. Ansonsten hat sich der Aufnahmerechner aber sehr bewährt und arbeitet seit nunmehr 3 Monaten absolut zuverlässig und störungsfrei.