Denk-Platz
Freitag 13. November 2009 von Christian Pohle
Normal ist, daß ich als Consultant nach den Arbeitsstunden bezahlt werde, die ich direkt für meine Kunden arbeite, entweder in meinem Büro oder in den Räumen des Kunden. Dafür gibt es To-Do Listen, Terminvereinbarungen, Absprachen, Ziele undsoweiter.
Interessant ist, daß ich die besten Ideen für meine Kunden aber an Plätzen wie diesem habe, wenn ich einfach garnichts vorhabe. Ich habe diese Bank vor unserer Hütte daher schon mal in “Denk-Platz” umbenannt:
Dumm dabei ist, daß ich meinen Kunden das “auf-der-Bank-sitzen-und-tolle-Ideen-haben” nicht in Rechnung stellen kann (das wäre richtig klasse, ich würde dann stundenlang einfach nur auf der Bank sitzen…)
Das würde aber auch nicht funktionieren, denn wenn ich diese Zeit berechnen könnte, würde ich mir vornehmen müssen, tolle Ideen zu haben, würde nicht so losgelöst dort sitzen und es kämen keine Ideen mehr. Am Ende hätte ich sogar als Ziel “Du mußt eine Idee haben” – das kann nicht funktionieren, oder?
Man muß frei sein von Zwängen, um gute Ideen zu haben
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Dieser Beitrag wurde erstellt am Freitag 13. November 2009 um 10:57 und abgelegt unter Consulting, PSAG. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten. Drucken








Sonntag 4. Juli 2010 um 10:38
Auf der Rechnung steht sowas unter der Position »kreative Entwicklungsphase« und wird als Einzelposten mit 55% rabattiert! In der Regel fragt der Kunde nach und bekommt erklärt, dass über die Hälfte MEIN VERGNÜGEN am kreativ arbeiten dürfen ist!
Wer damit nicht umgehen kann, wer dies nicht respektiert, wer nicht Willens ist, diesen gewichtigen Teil meiner Leistung zu honorieren, der hat ihn auch nicht verdient – also nicht einmal die 55% Rabatt, aber auch nicht das kreative Highlight meiner Lösung!
KLAR führte dies schon zu Diskussionen! Gerade mit Buchhaltungen, Industrie-, oder größeren Projektbereichen, wie “Wirtschaftlichkeitskontrolle”, oder “Effizienzüberwachung” (oft auch noch 2 selbst kreiierte Posten im Projektverlauf) kann sowas vorkommen! Aber dann ziehe ich auch (ganz ehrlich) genau jene Ideen wieder raus und schenke sie lieber dort her, wo man sie erachtet, als dass ich ein gesundes Geben und Nehmen in Schräglage geraten lasse!
Zur Warnung: JA! Das gab auch schon _richtig_ Ärger und kostete mich sogar 2 mal das gesamte Projekt! Aber (und das ist der springende Punkt), seit dem ich diesen Anspruch von einem schweizer Professor für Wirtschaftsrecht lernte und für mich ausgefeilt habe, ist die Qualität ungemein gestiegen, aber auch die Effizienz und vor allem die Kundenzufriedenheit förmlich explodiert!
Aber das erklärt sich auch: schon mit der ersten Teilrechnung zeigt sich wer es verdient und nehmen kann! Wer in stressigen Phasen die operative Hektik durch kreative Chancenfindung mitträgt! Ein Quantensprung im begleitenden Projektmanagement und ein toller Filter um die problemorientierten Krisenmanager von den mitwirkenden Lösungsfindern zu trennen – und zwar schon in der Phase der ersten Teilrechnung!
Ich musste es nur erst richtig begreifen und dann den Mut finden auch dort gehen zu können, wo man es vorzieht Probleme zu verwalten, wo Lösungen notwendig wären!!!
Ich würde Ihnen wünschen, dass es Ihnen gelingt Ihre Kunden und Partner auf diese Bank einzuladen! Genau dort wird es Ihnen gelingen zu beweisen, dass es im wahrsten Sinne des Wortes »eine Bank« ist! Zeit einzahlen und Lösungen abheben können – und als Goodie obendrein, quasi »die Zinsen«, gibt es noch die Kraft und Stärke, solche Lösungsansätze auch umsetzen zu können und die kreative Idee in eine gewinnbringende Realität umzusetzen!
Ein Ziel, das mit der zunehmenden Notwendigkeit von neuen Wegen und ungenutzter Synergien immer wichtiger wird!!!
Ich wünsche Ihnen »von ganzem Herzen« noch viele Stunden auf dieser “Bank” und nicht nur ein reichhaltiges Konto, sondern auch viele Ihrer Kunden, die erkennen mögen, was diese Bank für eine Bank ist!
In diesem Sinne: Ihnen, ihrer Familie (und da würde ein guter und zufriedener Kunde wohl auch zu zählen können) weiterhin »alles erdenklich Gute« und noch viele, gemeinsame Erfolge!!!
Mit freundlich, kollegialem Gruß,
Ihr…
Frederic Ch.Reuter
Sonntag 4. Juli 2010 um 19:50
Ich schließe mich diesem Kommentar vollständig an. Es gilt nur zu beachten, daß das Ideenhaben nicht zur Verpflichtung werden darf, weil es dann nicht mehr funktioniert. Man kann es sich also nicht vornehmen, finde ich.