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Mein zweiter Tag im Deutschen Museum

Filed Under (Lebensqualität, Privat) by on 18-08-2012 and tagged

Gestern, an einem Frei-Tag, war es wieder so weit: Ich war im Deutschen Museum, nach meiner Zeitrechnung in der Neuzeit zum zweiten Mal (die 5 oder 6 Besuche vor mehr als 30 Jahren lassen wir als historisch weg).

Das mit der Zeitrechnung im Deutschen Museum ist aber eh so eine Sache: Wir waren um 10 Uhr dort und als die Ansage kam, daß das Deutsche Museum in 15 Minuten geschlossen wird, war es gefühlte 14:30 Uhr – tatsächlich aber 16:45 Uhr, denn die machen um 17 Uhr zu.

Bei der Zeitrechnung hätte mir allerdings der Sonnenuhrengarten helfen können, dort sind 21 Sonnenuhren verschiedenster Konstruktionsarten aufgestellt – weit gefehlt, wenn man glaubt, eine Sonnenuhr ist immer ein einzelner Stab an irgendeinem Kirchturm.

Sonnenuhrengarten

Der Sonnenuhrengarten ist direkt neben dem Planetarium, das wir auch besucht haben (die Vorführung Planeten und Galaxien). Wußtet Ihr, daß das Planetarium im Deutschen Museum das erste auf der Welt war? Der Projektor wurde extra für das Planetarium in München entwickelt (der konnte damals allerdings nur die Sterne auf der Nordhalbkugel, die aktuelle Version kann beide, Nord- und Südhemisphäre), da gibts auch immer einen Streit, wo das erste Planetarium war: Die ersten Vorführungen fanden in Jena (bei Zeiss) statt, installiert wurde das Ding aber beim Auftraggeber, dem Deutschen Museum in München (kann man hier nachlesen)

Planeten und Galaxien

Irgendwie beweg ich mich aber gerade rückwärts durch unseren Tag im Deutschen Museum, weil wir erst um 14 Uhr im Planetarium waren. Also, zurückspulen auf 10 Uhr: Schiffahrt. Die Anfänge der Schifffahrt im alten Ägypten war der Beginn und weiter gings im Kreis zu den Seefahrern und Entdeckern der frühen Neuzeit.

Um 11 unterbrachen wir die Schiffahrt für eine Vorführung, die ich als Kind schon 2 oder 3 mal gesehen hatte und die immer noch absolut gleich abläuft, aber trotzdem sehr schön (und ziemlich laut) ist: Die Hochspannung

Hochspannung

Zurück zu den Seefahrern gings im Keller weiter mit Log und Lot, Kompass und Foucaults Pendel, es ging um Breiten- und Längengrade und um die Orientierung auf und unter dem Wasser, kurz, die Navigation. Ist übrigens ganz ähnlich der Orientierung in der Luft, bis auf den Sextanten verwenden wir im Flugzeug viele ähnliche Geräte, um die Position zu ermitteln – wir benutzen sogar die gleiche Längeneinheit Nautical Miles, Seemeilen. Und natürlich die gleiche Geschwindigkeit: Knoten, die kommen übrigens von dem Seil das damals mit einem Log am Ende im Wasser versenkt wurde, um die Geschwindigkeit zu ermitteln:

Log

Zurück im Erdgeschoss, gings weiter mit den Dampfschiffen bis hin zu den modernen Passagierkreuzern (sind das eigentlich noch Schiffe, nur weil sie schwimmen?). Bei den Containerschiffen philosophierten wir darüber, daß die Block-House Steaks sicher in einem Kühl-Container aus Uruguay nach Deutschland kommen (und der Plan fürs Abendessen stand somit fest). Den Abschluß der Schiffsabteilung bildete das U-Boot U1, das im Original im Deutschen Museum steht, so kann man sich aus nächster Nähe versuchen, vorzustellen, wie es sich in so einem U-Boot lebte.

Jetzt wäre, zeitlich gesehen, das Planetarium und der Sonnenuhrengarten dran, danach dann die Astronomie und die Raumfahrt von den Anfängen der Raketenantriebe über den Sputnik bis zu den Höhepunkten, der Mondlandung und der Raumstation, die vom SpaceShuttle versorgt wird. Schade, daß USA so gut, wie kein Geld mehr für die Raumfahrt bereitstellen und anderen Ländern das Feld der Raumfahrt überlassen – hier eine sehr schöne Grafik über die Ausgaben der USA für die NASA, man erkennt sie kaum:

NASA Ausgaben

Da find ich das Projekt der CubeSats superinteressant, das sind Würfel mit 10 cm Kantenlänge und einem Maximalgewicht von 1,33 kg, die man an Bord einer Rakete in den Orbit transportieren lassen kann. Was man in diesem Cube erforscht, ist egal, solang man die Rahmenbedingungen einhält – alles ist möglich! Je niedriger wir die Schwelle halten, desto mehr aufregende Ergebnisse wird die Forschung erbringen!

CubeSat

Das war wieder ein superinteressanter Frei-Tag im Deutschen Museum, erzählt mir jetzt nicht, was ich alles versäumt habe, bei diesem Rundgang, ich komm ja wieder. Denn ich merke, wir mich das beflügelt, mal über ganz andere Dinge nachzudenken, als die tägliche Technik.



2 Responses to “Mein zweiter Tag im Deutschen Museum”

  1.   Manuel Says:

    Jetzt erst gelesen. Super

    Oh und ich hab schon eine Route für nächstes Mal
    Obwohl sie sicher mit unserer Geschwindigkeit zu optimistisch ist. Wir lesen eben immer alle Schilder zu allen Ausstellungsstücken

  2.   Christian Pohle Says:

    Wir sind auch vieeeel länger an jeder Station, als der AudioFile vom Deutschen Museum für den iPod läuft. Wir wollen halt verstehen, was wir sehen. 

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