Archive for Werksverkehr

Heute hatte ich einen Übungsflug nach Instrumenten auf meiner ToDo Liste stehen. Nächste Woche ist wieder mein jährlicher Checkflug dran und da überzeug ich mich gerne kurz vorher selbst davon, daß ich das Fliegen nach Instrumenten noch kann. Denn nächste Woche werde ich wieder verzweifeln, wenn mein Checker alles mögliche anstellt, um mich an den Rand des Wahnsinns zu bringen (was seine Aufgabe ist).

Drum hatte ich einen Passagier eingeladen, der sich nicht an den Knöpfchen des Flugzeugs, sondern an seiner Kamera zu schaffen machte. Das Ergebnis seht Ihr hier:

Vielen Dank an Manuel Dornbusch für die Fotos, die sind natürlich auch sein ©

Die Route war nicht sonderlich spektakulär, in einer Pause zwischen zwei Regenschauern starteten wir in Landshut, wechselten zu Munich Radar, die uns rechtzeitig vor dem Einflug in die Wolken die Clearance übermittelten, dann ging es mal in, mal zwischen den Wolken nach Augsburg, dort das ILS runter und die Piste war lange vor dem Minimum in Sicht (ich finde die Vorstellung, bis auf etwa 60 Meter über dem Boden ein ILS in Wolken runterfliegen zu dürfen immer etwas gruslig). In Augsburg war aufgrund des miesen Wetters auch nicht wirklich viel los, also in Blitzplan (die haben jetzt ne App fürs iPhone!) den Rückflugplan aufgemacht und zurück nach Landshut. Dort wird ja gerade die Asphalt-Piste repariert, drum starteten und landeten wird auf Gras. Mir tut die arme Mooney richtig leid, weil sie ganz schön dreckig wird bei diesem Wetter.

Nun noch die Warnung im Stile “Don’t try this at home”: Bitte fliegt bei diesem Wetter nicht ohne eine Instrumentenflugberechtigung!

Thomas und Martin haben sich heute als Schreiner betätigt und sind mit Bohrer, Stichsäge und Schleifpapier unserem Zaun zu Leibe gerückt:

Thomas und Martin

Ziel war, einen zusätzlichen Parkplatz vor dem Haus zu schaffen. Laut Plan von Thomas soll der Defender zukünftig vor die rechte Garage und der Ducato für unsere Flughafentransfers, der soll auf den Parkplatz, den bisher der Defender benutzte. Problem ist nur, so ein Ducato ist länger als ein Defender und drum mußte der Zaun etwas umgebaut werden. Erfolgreich, wie man sieht, denn der Ducato paßt jetzt einwandfrei hin:

Ducato

Und nun ist hier ein schöner, großer Platz für ein Fahrzeug mit 7,35 Metern Länge und 2,31 Metern Breite frei:

Neuer Parkplatz

Dieses Fahrzeug wird ab 3. August hier geparkt sein (wenn es nicht gerade mit Thomas, Martin, Timmy und Tobi unterwegs ist) und in etwa so aussehen:

Pegaso

Ja, richtig gelesen: Thomas und Martin haben auf ihren beiden Fahrten mit gemieteten Wohnmobilen Ihre Leidenschaft für das heute hier und morgen dort entdeckt. Spontan, wie die beiden sind und so wenig wie der Terminkalender für ihren Flughafenzubringer langfristig planbar ist, erscheint ein fix und fertig ausgerüstetes Wohnmobil mit dem von der Idee bis zur Abreise nur 5 Minuten vergehen müssen eine perfekte Idee.

Und: Timmy und Tobi fühlen sich auch sehr wohl an Bord!

Da hab ich mir heute genau den besten Tag rausgesucht, um alternative Verkehrsmittel zu testen. Die Aufgabenstellung war einfach: Ich habe zwei Termine, einen um 10 Uhr zur Besprechung der Unternehmensdaten vom Juni mit unserer Aufsichtsrätin (München, Friedenheimer Straße) und um 14 Uhr zum Fliegerarzt (München, Sendlinger Tor). Dazwischen vielleicht irgendwo was essen, und noch nach einem Paar Sommerschuhen für Köln sehen. Ich hätte das mit meinem Wagen erledigen können, wenn mir der Defender zu sperrig für die Stadt ist, hätte ich auch den Smart nehmen können und hätte sogar ein Cabrio gehabt.

Ich wollte aber Alternativen zum Individualverkehr, hab nix zu tragen, außer einer kleinen Tasche, also dachte ich mir, ich benutze öffentliche Verkehrsmittel in Form der Regionalbahn von Dorfen zum Ostbahnhof, dann einen DriveNow Wagen aufsperren, zur Friedenheimer Straße fahren, Besprechung, zurück in den Geschäftsbereich von DriveNow, Wagen abstellen, mit der U-Bahn weiter, in der Stadt was essen, zum Fliegerarzt am Sendlinger Tor, noch ein wenig shoppen in der Sendlinger Straße und dann mit der S-Bahn vom Marienplatz zum Ostbahnhof und von dort mit der Regionalbahn nach Dorfen zurück.

Bis zum Ostbahnhof funktionierte der Plan auch einwandfrei, aber dann waren dort keine DriveNow Autos verfügbar (ZebraMobil übrigens auch nicht):

DriveNow

Eine Umkreissuche ergab ein Fahrzeug an der St. Martin Straße und zwei in Giesing. Prima, auf zur S-Bahn, zwei Stationen fahren und in Giesing in ein Auto umsteigen. Zunächst fiel auf, daß die Hinweistafeln am Ostbahnhof nicht gingen, dann merkte ich, daß der Bahnsteig vom Gleis 3 propevoll war und dann kam ein Tweet von Manuel Dornbusch, daß er auch am Ostbahnhof wäre. Sag noch einer, Twitter wäre nicht praktisch fürs reale Leben.

Manuel

Beim kleinen Ratsch über die Gleise 4 und 5 hinweg erfuhr ich dann, daß an der Donnersberger Brücke Gas ausgetreten wäre und daher die Stammstrecke zum Teil gesperrt ist. Planänderung, ich sehe mich nach DriveNows im U-Bahn bereich um und werde am Innsbrucker Ring fündig. Flugs reserviert und in der Eile übersehe ich, daß ich keine Bestätigungs SMS von DriveNow bekommen habe. Am Wagen angekommen möchte ich ihn voller Freude aufsperren, doch: Geht nicht. Weigert sich.

Glücklicherweise hat Sixt eine immer verfügbare Hotline, die mir dann versuchte weiterzuhelfen. Ich lerne: Die SMS, die von DriveNow kommt, bestätigt, daß der Wagen die Reservierung empfangen hat. In meinem Fall bekam ich keine SMS, weil DriveNow keine Verbindung zum Wagen hatte. Drum konnte die Mitarbeiterin an der Hotline auch garnichts für mich tun. Sie entdeckte allerdings einen Wagen in Laufweite und versprach, mir den zu reservieren. Das klappte erst auch nicht und wir beendeten das Telefonat. Ich setzte mich, optimistisch, dann aber doch mal in Bewegung und auf halbem Weg kam die erlösende SMS: Fahrzeug reserviert!

SMS

Der Rest lief dann, wie geplant.

Fazit: Ich bin eine halbe Stunde früher losgegangen, als ich mit dem Wagen losgefahren wäre (8:45 Uhr zu 9:15 Uhr), dafür bin ich eine halbe Stunde zu spät bei meinem Termin angekommen. Mit meinem eigenen Wagen hätte ich etwa 45 Minuten von Dorfen zur Friedenheimer Straße gebraucht (natürlich nur, wenn kein Stau ist), mit den alternativen Verkehrsmitteln brauchte ich 1 Stunde und 45 Minuten. Klingt auf den ersten Blick nach schrecklicher Zeitverschwendung.

Ich habe von diesen 1:45 Stunden allerdings 35 Minuten sehr produktiv gearbeitet nämlich im Zug, wo ich konzentriertestens eine Projektaufgabe fertiggestellt habe, die ich mir vorgenommen habe. Alleine dafür hat sichs möglicherweise gelohnt, denn ich schiebe diese Aufgabe schon seit einigen Bürotagen vor mir her. Was dann folgte, war aber auch nicht ohne, denn die Odyssee vom Ostbahnhof zur Buchhaltung nach Riem fühlte sich ein wenig, wie ein Abenteuerurlaub: Die Menschenmassen, die am Ostbahnhof warteten, weil die S-Bahnen nicht fuhren, der Ratsch von Bahnsteig zu Bahnsteig mit Manuel Dornbusch, sich den Weg zu U-Bahn zu fräsen, das erste DriveNow Auto, das nicht aufgehen wollte, das lange Telefonat mit der DriveNow Hotline, die erlösende SMS, die Spaziergänge von der U-Bahn zu den beiden Autos, dann endlich in einem Wagen am Ziel anzukommen, zwar eine halbe Stunde zu spät, aber mit einem Gefühl im Bauch, wie ein Held.

SuperHero

Zudem habe ich, nun auf der Rückreise mit meinen alternativen Verkehrsmitteln, die übrigens einwandfrei und wie geplant funktioniert, diesen Blog Artikel geschrieben, das hätte ich nicht, wenn ich jetzt im Auto sitzen würde. Mein Test der alternativen Verkehrsmittel hat irgendwie richtig Spaß gemacht und ich werde es demnächst wieder mal tun.

Das finanzielle Fazit: 21,90 für das Bahnticket, 5,60 für die MVV Tageskarte und 24,09 für das DriveNow Auto, macht zusammen 51,59 €. Mit dem eigenen Wagen wäre ich 140 km gefahren, wenn wir den Smart mit 0,30 € pro km schätzen, sind das 42,00 €, dazu die Parkgebühren in München. Aber kein Abenteuer. Mit dem Defender sähe die Rechnung natürlich nicht so positiv aus.

Übrigens, die tz hat das S-Bahn Chaos schon vorausgeahnt und titelt:

S-Bahn Chaos

Flüssiges Gold ist weiter im Aufwind, je nach Ausgabestelle rangiert es derzeit zu einem Kurs von

2,82 € bis 3,12 € pro Liter

man könnte momentan ein gutes Geschäft machen, wenn man das flüssige Gold in Braunschweig einkauft (dort 2,82 €) und in Kiel wieder verkauft (der derzeitige Spitzenreiter mit 3,12 €). Problem dabei nur ist der natürliche Schwund des flüssigen Goldes, denn ich spreche von Flugbenzin:

Benzin

Die landläufige Meinung besagt ja, daß Flugbenzin nicht besteuert wäre, was in regelmäßigen Abständen auch von Politik und Pressevertretern kommuniziert wird. Laut Energiesteuergesetz (EnergieStG) § 27 Abs. 2 erhält die Luftfahrt tatsächlich steuerfreien Treibstoff, allerdings mit Ausnahme der privaten nichtgewerblichen Luftfahrt (zu dieser zählt übrigens auch ein im Werksverkehr eingesetztes Flugzeug. Wenn wir also zu einem geschäftlichen Termin mit dem eigenen Flugzeug fliegen, bezahle wir die Mineralölsteuer in voller Höhe, benutzen wir einen Linienflug, bezahlen wir keine (Die Logik darin kann ein Mathematiker nicht nachvollziehen).

Würde ich also im Augenblick unsere Seneca gut leergeflogen ausgerechnet in Kiel auftanken (wir haben übrigens schon seit vielen Jahren einen IT Kunden dort), dann gluckern in Form von 400 Litern Aviation Gasoline schlappe 1.250 € in die Tanks. Dafür kann man dann zwar wieder 3 1/2 Stunden fliegen, macht aber alleine 350 € pro Flugstunde an Spritkosten. Schickt uns der Fluglotse in Zürich mal wieder für 20 Minuten in die Warteschleife (was häufig vorkommt), dann kostet alleine der Spritmehrverbrauch für diese Ehrenrunde 125 € an deutscher Mineralölsteuer, obwohl wir über der Schweiz fliegen.

Damit kommen wir zu einem meiner Lieblingsthemen mit der Steuer auf Flugbenzin: Die Mineralölsteuer soll im Rahmen des Verursacherprinzips die Kosten für den Betrieb der Infrastruktur auf die Benutzer umlegen. Das ist im Straßenverkehr absolut nachvollziehbar: Autobahnen, Landstraßen, Brücken, Ampelanlagen – all das muß gebaut und bezahlt werden.

Was wird dann aber von der Mineralölsteuer auf Flugbenzin bezahlt – die Luftstraßen? Mehr kann ich mir nicht vorstellen, denn sowohl die Deutsche Flugsicherung, der Deutsche Wetterdienst, sämtliche Flugplätze und Flughäfen – alles sind privatwirtschaftliche Einrichtungen, die für die Benutzung ihrer Infrastruktur individuelle Gebühren erheben. Wir bezahlen Strecken- und Anfluggebühren an die DFS, haben ein Jahresabo vom DWD, zahlen Lande- und Handlingsgebühren an die Flughäfen und dort ansässigen Subunternehmer. Ja, lediglich für das Durchfliegen der Luft könnte man die Mineralölsteuer gegenrechnen.

Flugzeug tanken

Eines wird das kleine Flugzeug damit in Europa immer weniger: Ein individuelles Verkehrsmittel. Dabei hätte es genau für Orte abseits der Mainstream Airports seine Daseinsberechtigung. Von München nach Kiel, von München nach Bern, von München nach Saarbrücken gibt es keine Direktflüge mit der Linie. Beide Ziele sind mit dem Auto nicht in einem Tag machbar. Mit einem Flugzeug könnte man für eine Besprechung oder einen Projekttermin von ein paar Stunden Dauer bequem hin und wieder zurück. Wenn man es noch bezahlen könnte.

Angemeldet für den DriveNow Service von BMW, Mini und Sixt bin ich ja schon länger und trage den Sticker auf meinem Führerschein mit mir rum. Heute hatte ich den ersten Anwendungsfall, ich hatte zum Kunden eine Schachtel mitzunehmen, was mir in der U-Bahn zu sperrig gewesen wäre und ich weiß, daß ich im Parkhaus des Kunden mit dem Defender nicht parken kann (der ist zu hoch, mein Defender, oder die Tiefgarage zu tief für richtige Autos – je nachdem). Eine perfekte Ausgangssituation!

Also die DriveNow App auf dem iPhone geöffnet und prompt steht ein Auto in meiner Nähe:

DriveNowApp

Gleich reserviert, damit ihn mir keiner mehr wegschnappt, bis ich unten bin:

Reserviert

Die Reservierung wurde kurze Zeit später per SMS bestätigt und ich ging mit Hilfe der DriveNow App zum Wagen. Ich dachte mir, sobald der rote Markierer auf dem blauen Markierer ist, muß ich vor dem Auto stehen:

Markierer

Ist auch so, als beide übereinanderlagen, stand ich vor dem Auto (das übrigens nicht so 100% vorschriftsmäßig geparkt war, sondern etwas in den Taxistand reinragte, nur so am Rande). Das Auto ist durch den Typ und den Drive Now Aufdruck rundrum auch leicht zu finden:

Auto

Das Schloß an der Scheibe blinkte gelb, um anzuzeigen, daß der Wagen reserviert ist, ich hielt meinen Führerschein hin und die Türen sperrten auf. Geiler Moment, wenn die Technik so klasse funktioniert!

Reserviert

Im Fahrzeug ist das Bedienteil, da tippt man auf Start, gibt die PIN ein und wird durch ein kurzes Interview geführt, wie der Zustand des Wagens ist und ob man weitere Schäden, als die schon bekannten entdeckt. Dan kann man den Wagen anlassen (unten steckt die Tankkarte drin, mit der man an jeder Shell Station wieder volltanken kann, denn der Mietpreis ist inklusive Sprit, nicht, wie beim normalen Mietwagen, den man immer vollgetankt zurückgeben muß).

Bedienteil

Während der Fahrt dient das Bedienteil als Navigationssystem, allerdings hat es nur eine Frauenstimme (ich laß mir ja lieber von Kerlen den Weg weisen) und die klingt auch ziemlich blechern, weil das Navi nicht mit der Stereoanlage gekoppelt ist. Hat aber auch einen Vorteil: Die Durchsagen stören die Musik nicht.

Navigation

Der Oberhammer war aber der Parkplatz, direkt vor dem Eingang meines Kunden. Der Mini paßte so gerade eben hinein, aber paßte. Es war eine Anwohnerparkzone, da darf man das Auto abstellen (in allen Münchner Anwohnerparkzonen, Sixt hat da wohl einen Generalvertrag mit der Stadt München – nur nicht am Hauptbahnhof – und man braucht keinen Parkausweis ziehen). Den Defender hätt ich in den Parkplatz übrigens nie reinbekommen.

Ich hab meine Sachen also rausgenommen und das Auto mit meinem Führerschein wieder zugesperrt und schwupp gehört er mir nicht mehr und ich muß auch nicht mehr dafür bezahlen. A propos bezahlen: Die Fahrt quer durch München ist erwartungsgemäß teurer, als mit der U-Bahn aber günstiger, als mit dem Taxi, 6,95 € hat sie gekostet

Quittung

Zurück hab ich dann das schöne Wetter ausgenutzt und bin mit der Straßenbahn gefahren (mit hübscher Musik im Ohr) – ein großer Vorteil von DriveNow gegenüber zebramobil: Bei DriveNow kann man den Wagen im gesamten Stadtgebiet München einfach abstellen und gut ists. Bei den Kollegen von Zebra Mobil muß der Wagen wieder in den Sektor zurück, in dem man ihn angemietet hat, One-Way Fahrten sind da nicht möglich. Das hätte nicht nur bedeutet, daß ich heute für die Zeit bei meinem Kunden die Wagenmiete bezahlt hätte, ich hätte sogar wieder mit dem Wagen zurückfahren müssen. Und: Außerhalb des mittleren Ringes stehen keine zebramobile, ich muß also mindestens die Straße überqueren.

Meine erste DriveNow Erfahrung wird sicherlich nicht meine letzte sein, das war klasse heute!