Mit der Djay App für das iPad ist eine App erschienen, mit der ich mir vorstellen könnte, das iPad während sponanter Shows einzusetzen. Bisher mache ich das mit dem iPhone, das ist aber lästig, weil die Wiedergabe nach dem aktuellen Lied nicht einfach stehenbleibt, sondern das nächste Lied gespielt wird – manchmal sogar irgendein Lied. Außerdem sieht das etwas schmal aus, wenn man mit dem iPhone an einer PA Anlage hängt.
Djay ist nun eine klassische DJ Applikation, die zwei Plattenteller abbildet, das füllt das Display des iPad auch gut aus. Ich brauche ja für unsere Shows nicht die ausgefeiltesten Funktionen zum Mixen, ich lege ein Halbplayback auf, Thomas singt ein Lied, dann ist die Musik fertig, Applaus und dann das nächste Lied. Das funktioniert prächtig, ich habe es gerade hier auf der Hütte mit unserem BOSE Sound Dock getestet:
Dazu braucht man natürlich noch einen Yumatron Split Adapter, damit man mit dem Kopfhörer vorhören kann, ohne den Live Output zu stören:
Nachteil des Adapters: Mein Sennheiser Kopfhörer paßt nicht rein, weil sein Stecker so dick ist, daß daneben kein anderer Stecker mehr reinpaßt. Na gut, aber mit dem Kopfhörer aus der PA sieht das am iPad vielleicht auch nicht so gut aus.
Das führt mich gleich zur nächsten Geschichte, daß ich mir noch was einfallen lassen sollte für die Kabel, die nun vom iPad herausführen – so chick das Auflegen auf dem iPad aussieht, so unordentlich sind die Kabel. Praktischer wäre, wenn man einen Bluetooth Kopfhörer zum Vorhören benutzen könnte und dann einfach das Kabel von der PA in die Kopfhörerbuchse am iPad steckt. Oder noch besser, Bluetooth zum Vorhören und Airplay für den Live Mix, dann wäre das iPad kabellos. So sollte es jedenfalls während einer Show nicht aussehen:
Wirklich klasse an der Djay App ist, daß man die Titel, die man spielen möchte nicht extra in die App imporitieren muß, sondern einfach aus der iPod Library auf dem iPad ausswählt. Djay analyisert dann on the fly die BPMs und zeigt die an (während das läuft, kann man den Titel allerdings schon starten):
Beim Konkurrenzprodukt iDj von Numark (dem jetzigen Besitzer von MixMeister) sitzt man nach dem Importieren von Songs erstmal vor einem “Bitte warten” Bildschirm (iDJ konnte übrigens mit dem Yumatron Split Adapter nichts anfangen, also habe ich den Test dann wieder abgebrochen):
Die DJay App für das iPad ist recht teuer, dafür würde man erwarten, daß sie sich auch beim Mixen und Beatmatching von Discomusik bewährt – da hat sie aber noch einige Schwächen (die mich nicht stören, weil ich die Funktionen ja nicht brauche, unsere Pausenmusik Beatmatched hört sich komisch an), das spiegelt sich auch in den Kommentaren zur App in iTunes wieder. Fazit: Für mich und unser Einsatzgebiet brauchbar, für das, was man von einer DJ App erwarten würde, eher nicht.
Einen weiteren Test findet Ihr hier.
Unsere neue, kompakteste PA Analage ist, nach 1 1/2 Jahren Bauzeit (ich gebe zu, ich habe die nicht in Vollzeit gebaut), fertig. Die Ziele waren ambitioniert:
Na gut, bis hierher ist das noch nichts besonderes, das kann unsere große PA Anlage auch. Aber jetzt kommts:
Diese Ziele wurden vollständig erreicht, zum Teil sogar übertroffen. Die Anlage läßt sich bequem auf unserr Little Nelly (das ist unser Codename für das Rollbrett) transportieren:
Von unten nach oben: Die Bassbox vom Lukas 1000 (wir nennen sie auch “Bumm”), dann die PA Anlage, an der ich nun 1 1/2 Jahre gebaut habe, darauf das Stativ, auf dem die PA Anlage steht, die beiden Satellliten und deren Stative. Ich kann leider nicht zeigen, wie ich die Anlage in den Kofferraum meines Wohnzimmers verstaue, denn während der langen Bauzeit habe ich inzwischen meine S-Klasse zurückgegeben.
Aufgebaut wird das ganze, indem man das Stativ aufstellt, die Anlage draufsetzt, die drei Deckel abnimmt, die Verbindung zum Strom herstellt, die Kabel an die Lukas 1000 Box anschließt, die Satelliten anschließt und das ganze einschaltet. Dauert exakt 5 Minuten:
Die Mikrofone (es sind 4 Shure Funkmikrofone enthalten) liegen in der Schublade und können von hier ausgegeben werden und nach Rückgabe auch sofort wieder im Schub verstaut werden. Dadurch liegen sie nirgends rum und können nicht vom Tisch herunterrollen (Außerdem kann man sie nicht vergessen).
Die Anlage ist hochergonomisch und hat genau die richtige Höhe für mich (jemand anders darf sie sowieso nicht bedienen). Es ist auch eine kleine Beleuchtung integriert, wenn ich mal wieder im dunkeln arbeiten muß und natürlich ein Ladegerät für die Akkus in den Mikrofonen.
Ersatzweise zum Computer kann ich Ton auch von meinem iPhone einspielen, entsprechende Anschlüsse habe ich vorgesehen, das iPhone (oder jeder beliebige iPod) kann währenddessen auch aufgeladen werden, Apple Steckerstandard sei Dank.
Als Hall kommt ein MX300 von Lexicon zum Einsatz, nach meiner Empfindung ist das das schönste Hallgerät, das es gibt. Für den Mikrofonkanal von Thomas habe ich ein VoiceWorks Plus von TC Helicon integriert, das im Detail zu beschreiben würde allerdings den Rahmen des Artikels sprengen. Alle internen Verbindungen sind, wenn möglich, digital ausgeführt, da das Mischpult volldigital arbeitet.
Wenn man sich die Packungsdichte der Anlage ansieht, dann kommt vielleicht eine Ahnung auf, warum die Bauzeit so lange war, aber nicht nur die Komponenten mußten irgendwie in den engen Raum gebracht und aufeinander abgestimmt werden (ich erinnere mich nur an das leise Brummen, das mich wochenlang beschäftigt hat), auch die Software auf dem Rechner mußte dazu bewegt werden, störungsfrei zusammenzuarbeiten.
Die Anlage hatte ihre Premiere (nach vielen Proben in unserem Studio) letzten Freitag auf unserer Kunterbunten Weihnacht und ihren nächsten Testeinsatz morgen. Im Augenblick wird sie noch nach jedem Einsatz wieder zerlegt, weil ich neue Ideen und Verbesserungen anbringe. Daher gibts auch noch keine weiteren Detailbeschreibungen hier, nur eine Übersicht, damit klar wird, was ich meine, wenn ich schreibe, daß ich an unserer neuesten PA Anlage schraube.
Hier im Haus am Wörthersee hatte ich im Sommer die Technik Ferndirigent 2010 beschrieben. Für die Fernsteuerung des iTunes hatte ich seinerzeit iTunes Remote auf dem iPhone eingesetzt. Von diesem Programm ist zwischenzeitlich eine neue Version erschienen, die als Universal App sowohl auf dem iPhone, als auch in nativer Auflösung auf dem iPad arbeitet. So ist die Handhabung natürlich im einiges übersichtlicher, als auf dem iPhone und das schönste: Ich kann iPad und iPhone gleichzeitig als Remote einbuchen und die aktuelle Playlist im iTunes auf dem PC beeinflussen:
Oder ich lege das iPad auf den Wohnzimmertisch und es zeigt wunderschön an, was gerade läuft:
In meiner Musikdatenbank, die ich ja auch für unsere Veranstaltungen benutze, speichere ich alle Titel generell als MP3 mit 320 KBit/s Datenrate. So habe ich die Datenfelder von MP3 (Titel, Interpret, Genre, Kommentare und weitere Felder) und keine hörbare Komprimierung (eine 128 KBit/s oder 192 KBit/s Komprimierung ist auf einer PA Anlage bei hoher Lautstärke leicht hörbar). Für MP3 hatte ich mich vor Jahren entschieden, weil das von allen beteiligten Programmen unterstützt wird.
So große Musikdateien möchte ich aber nicht auf dem iPhone speichern, sondern mit dem Platz effizienter umgehen. Daher habe ich in der Vergangenheit immer parallel zum Verzeichnis mit den MP3 320 KBit/s Dateien ein zweites Verzeichnis gehalten mit den gleichen Dateien in MP3 128 KBit/s. Das war recht aufwändig und klappte auch nicht immer, weil mal eine Datei übrig blieb, die eigentlich gelöscht sein sollte oder eine Datei nicht konvertiert wurde.
Nun hat iTunes eine Option “Titel mit höherer Datenrate in 128 kBit/s AAC konvertieren”, die eigentlich genau das tut, was ich damit vorhabe: Ich füge seither einfach mein Verzeichnis mit den MP3 320 KBit/s Dateien in iTunes ein und synchronisiere. Erwartungsgemäß ist die Synchronisationsdauer beim ersten Mal recht hoch, weil ja alle Titel in 128 KBit/s AAC konvertiert werden müssen:
So werden sie dann auf dem iPhone gespeichert und leider nur dort. Denn wenn man das iPhone wiederherstellt und das Backup zurückspeichert, dann werden alle Titel der Musikbibliothek wieder konvertiert, iTunes legt sich da keinen Zwischenspeicher an. Genauso, wenn man ein zweites oder drittes iPhone synchronisiert – es werden jedesmal alle Titel frisch in AAC konvertiert. Schade, da war meine Methode mit der zweiten Musikbibliothek auf der Festplatte recht ressourcenschonend!
Vor 65 Jahren erschien der Ferndirigent von Grundig: Ein handliches Kästchen an einem langen unhandlichen Kabel, mit dem man Lautstärke und Ton des Radios vom Sessel aus einstellen konnte (das nachfolgende Video ist von YouTube eingebettet, ich hoffe, daß es keine Urheberrechte verletzt und bei YouTube online bleibt):
Ich habe mich heute angeschickt, einen solchen Ferndirigenten nachzustellen, Aufgabenstellung war, hier im Haus am Wörthersee vom Tisch auf der Terrasse das Musikprogramm und die Lautstärke regeln zu können:
Alle herkömmlichen Fernbedienungen versagen bei diesen Distanzen.
Meine bisherige Notlösung war, das iPhone in den Docking Anschluß des BOSE Sound Dock einzusetzen, eine Playlist zu laden und dann mit der Fernbedienung des BOSE Sound Dock zu regeln. So kann ich die Lautstärke beeinflussen und in der Playlist einen Titel vor oder zurückspringen (ich kann auch die nächste Playlist wählen aber das ist bei unserem breiten Musikgeschmack recht riskant). Notlösung, weil die Entfernung zum Lautsprecher mit der Infrarotfernbedienung auf 3 bis 4 Meter beschränkt ist und weil man die Musik nicht umfassend beeinflussen kann.
Nun die Lösung “Ferndirigent 2010″:
Der Laptop hat iTunes 1, ist mit dem WLAN hier verbunden und hat eine Soundblaster X-Fi Karte im Express Slot 2, mit welcher die Funkübertragung des Tons auf die Terrasse erfolgt (an der Karte selbst hängt per Kabel noch ein Lautsprecher fürs Wohnzimmer):
Der WLAN Access Point ist natürlich so aufgestellt, daß man sowohl vom Laptop, als auch von der Plattform im Garten aus mit dem WLAN verbinden kann.
Auf dem iPhone wird die Anwendung Remote installiert, das iPhone mit dem WLAN verbunden und Remote wird am iTunes authentisiert (das gelingt sofort, wenn beide am gleichen WLAN hängen und am Laptop die Windows Firewall ausgeschaltet ist. An einem privaten, verschlüsselten WLAN, das mit einem NAT Router mit dem Internet verbunden ist, kann man das ohne weiteres wagen, den Firewall abzuschalten).
Auf der Terrasse an der Hauswand steht der SoundBlaster Wireless Receiver 1, an diesen ist das BOSE Sound Dock angeschlossen 2. Wie man sieht, wir dessen Fernbedienung nicht verwendet 3
Das iPhone wird unauffällig auf den Kaffeetisch gelegt und dient hier als Ferndirigent:
Nun können von der Anwendung Remote auf dem iPhone alle Funktionen von iTunes ferngesteuert werden, es können auch neue Playlists erstellt und bestehende bearbeitet werden (was ich mit in der iPod Funktionalität auf dem iPhone immer gewünscht hätte). Ein Titel kann als nächster in der Playlist eingeordnet werden oder auch sofort abgespielt werden:
In der Anzeige “Sie hören” kann die Lautstärke der Wiedergabe geregelt werden (natürlich wird der BOSE Sound Dock vorher so justiert, daß er bei einer mittleren Einstellung hier in etwa schon mal so laut, wie gewünscht ist, damit man Headroom zum Regeln hat):
Ferndirigent 2010: Die Musik regeln, während man am Kaffeetisch sitzt, 25 Meter vom Laptop und 15 Meter vom Lautsprecher weg! Funktioniert bestens und superstabil.
Anmerkung 1: Das Creative Wireless System erfüllt keine hohen audiophilen Ansprüche. Ein guter Lautsprecher, der per Kabel an die SoundBlaster X-Fi Expresskarte angeschlossen ist, liefert eine excellente Klangqualität. Diese leidet sehr bei drahtloser Übertragung. Im hier gezeigten Szenario mit Musik auf der Terrasse ist das aber durchaus brauchbar und Bluetooth vorzuziehen, weil beim Creative Wireless System die Reichtweite höher ist und auch mal eine Wand dazwischen sein darf.
Anmerkung 2: Für Notebooks ohne Express Card Slot gibt es ein Set von Creative mit einer X-Fi USB Karte und einem Receiver
Anmerkung 3: Es gibt von Creative unterschiedliche Wireless Receiver. Diese sind nicht untereinander kompatibel!