Archive for PA Technik

Wir suchten vor 2 Jahren ein Gesangsmikrofon für unser Tonstudio und haben dazu eigentlich nur "klassische" Studiomikrofone, also Großmembranmikrofone, am besten mit Röhrentechnik in Betracht gezogen.

Unser Studio ist eine "Ein-Raum Lösung", es gibt also keine getrennte Aufnahmekabine und die Schalldämmung besteht auch "nur" aus einigen Metern Samtvorhang an einer Wand. Das bedeutet, daß wir bei einem Studiomikrofon natürlich mit einem Mic-Screen arbeiten müssen.

Mix Screen

Unser technischer Ansprechpartner bei Shure hat uns dann den Tipp gegeben, doch das SM7B mit in unsere engere Wahl aufzunehmen, denn Michael Jackson und Bruce Springsteen würden ihre Aufnahmen, so wäre es zumindest in Videos zu sehen, mit diesem Mikrofon durchführen. Und tatsächlich, das Mikrofon ist überraschend!

SM7B

Im Vergleich zu klassischen Studiomikrofonen, die in einer Spinne hängen müssen, ist das Handling dieses Mikrofons frappierend einfach. Es ist nicht einmal ein Ploppschutz notwendig, das Mikrofon wird einfach auf einen Ständer geschraubt, oder, das sieht natürlich noch professioneller aus, an einen Galgen gehängt (der muß aber gut befestigt sein, denn das Mikrofon ist vergleichsweise schwer). Kein Mic-Screen, keine besondere Abschirmung. Das erhöht die Akzeptanz beim Sänger gewaltig und führt bei uns dazu, daß die meisten unserer Aufnahmen inzwischen mit dem SM7B erzeugt werden.

Den Klang kann ich in Sternen nicht abbilden, ich würde es gegenüber unserem anderen Studiomikrofon, das ist ein MXL V69M, mit 97 von 100 Punkten bewerten, vielleicht ein klein wenig Dämpfung im oberen Frequenzbereich, die aber im finalen Mix, zumindest uns, nicht weiter auffällt (im Vergleich dazu würde ich unsere Bühnenmikrofone mit etwa 70 von 100 Punkten bewerten, was den Frequenzgang angeht, nur so als Gefühl für meine Punktewertung).

Die Verarbeitung ist, wie für Shure typisch, erstklassig. Wir sind dem Mitarbeiter von Shure noch heute für seinen Tipp dankbar, denn das Mikrofon nimmt durch sein einfaches Handling und sein ungewöhnliches Design aus vielen Gesangsaufnahmen bei uns den Stress raus und ist daher in den meisten Fällen das Mikrofon der Wahl.

Okt
12
Filed Under (PA Technik, PSAG) by on 12-10-2011 and tagged

Gestern habe ich mir das aktuelle Apple TV genauer angesehen. Es ist tatsächlich so klein, daß es lässig in eine Handfläche paßt (und wer es nicht ständig festhalten möchte, kann es in dieser Größe leicht unter oder neben dem Fernseher verschwinden lassen):

Apple TV

Die Anforderungen sind einfach:

  • Der Fernseher braucht einen HDMI Anschluß. Am besten kauft man das Apple HDMI Kabel gleich dazu, denn die meisten HDMI Kabel von anderen Herstellern haben die Konsistenz von Starkstromkabeln, das ist für die Bühne vielleicht sinnvoll, aber nicht für die ein oder zwei Meter zum Fernseher.
  • Man braucht ein WLAN oder ein kabelgebundenes Ethernet, das sinnvollerweise über einen Internetzugang verfügt.
  • Ein Rechner mit iTunes sollte im Netzwerk verfügbar sein und laufen.

Sehr schön ist, daß die Box das Netzteil eingebaut hat und kein separates Steckernetzteil braucht. Es wird ein schmales, ich nenne sowas “Rasiererkabel” mitgeliefert, das sich einfach und schön verlegen läßt zur nächsten Steckdose und dort mit dem Eurostecker immer ein Plätzchen findet und nicht aufträgt.
Wenn die Box Strom hat, schaltet man den Fernseher an, schaltet auf den HDMI Eingang um, an welchem die Box hängt und konfiguriert. Das geht in diesem Augenblick nur mit der mitgelieferten Fernbedienung. Bei WLAN Anschluß muß man den WLAN Schlüssel eingeben, das klappt überraschend gut mit der Buchstabenauswahl. In meinem Test hing die Box per WLAN 802.11n im Netzwerk.
Ich hab dann den Menüpunkt gesucht (und unter Einstellungen leicht gefunden), mit dem ich der Box einen anderen Namen als “Apple TV” verpassen kann, denn ich bin sicher, es ist nicht das letzte Apple TV bei uns im Netzwerk…
Was kann die Box nun?

  • Internetzugang vorausgesetzt, kann Apple TV direkt Filme auf YouTube und Vimeo suchen und abspielen.
  • Aktiviert man im iTunes auf einem Rechner im Netzwerk die Privatfreigabe, kann die Box auf das iTunes auf diesem Rechner zugreifen und alle Medien (Musik, Filme, Podcasts, Fotos), die auf diesem iTunes verfügbar sind, direkt abspielen.
  • Jedes iPhone oder iPad, das per WLAN im gleichen Netzwerk ist, kann mit dem Airport Symbol das Apple TV ls Ausgabemedium auswählen und gibt dann Musik oder auch Videos auf dem angeschlossenen Fernseher aus. Das habe ich mit dem iPod für Musik und Video probiert, auch der YouTube Client kann das. Allerdings können Videos, die mit dem iPhone aufgenommen wurden, seltsamerweise nicht auf den AirPort Port ausgegeben werden.
  • Statt mit der kleinen Fernbedienung kann man das Apple TV auch mit der App “Remote” bedienen. Das ist vor allem zum Suchen praktischer, weil man dann Buchstaben über die Bildschirmtastatur des iPhone/iPad eingeben kann
  • Man kann über iTunes Filme kaufen und auf dem Apple TV abspielen. Das habe ich noch nicht ausprobiert, es gibt aber viele Quellen im Netz, die bestätigen, daß das funktioniert.

Nicht getestet habe ich die Ausgabe des Audio Signals über die Digital-optische Buchse. Begeistert bin ich von der ultraschnellen Einrichtung, davon, daß das Apple TV auf Anhieb funktioniert und, wie erhofft, mit allen anderen Apple Produkten zusammenarbeitet. Kritiker werden natürlich viele Punkte finden, denn die Box kann all das nicht, wofür sie nicht designt wurde. Man kann außer HDMI Fernseher keine anderen Geräte anschließen, man kann nur von iTunes streamen, nicht von anderen Medienservern im Netzwerk und es gibt keinen Android Client zur Fernsteuerung. Diejenigen, welche die Box einfach kaufen, weil sie funktionieren soll und das nötige Apple Mfeld bereits im Haus haben, werden glücklich sein.

Zum Transport unserer Veranstaltungstechnik (ich versuche mal, das Wort "PA Anlage" einfach zu vermeiden) dient ein handelsübliches Rollenbrett, dem ich in Anlehnung an den James Bond Film Man lebt nur zweimal den Namen "Little Nellie" gegeben habe. Funktioniert ganz einfach, man schichtet seine Flightcases drauf und fährt los. 

Für unsere Veranstaltung im Bad Wiessee wollte ich den Transport nun optimieren, denn ich komme mit dem Bus, in welchem auch unsere Gäste fahren, erst am Spielcasino an und habe nicht wirklich gemütlich Zeit zum Aufbau, Einmessen und zum Soundcheck. Es kommt hinzu, daß zwischen dem Bus auf der Straße und dem Veranstaltungsraum ein Aufzug liegt, der die Küche versorgt und recht viel in Betrieb ist. Ich habe mal ausgerechnet, daß jede "Fahrt" vom Bus zum Veranstaltungsraum etwa 10 Minuten dauert. Wenn ich also 4 Fahrten auf 2 reduzieren kann, bräuchte ich nur 20 Minuten zum Transport. Das spornt an!

Alle Komponenten für den Ton bringe ich ja schon auf "einmal Little Nellie", seit ich die neue PA Anlage gebaut habe: 

Also definiere ich noch einen zweiten Turm für "Licht und Kabel", der auch auf ein Rollenbrett paßt. Trick dabei: Die beiden Lichtboxen ganz unten sind mit einem Expander mit der Little Nellie zusammengebunden, dadurch rutscht nichts: 

Beide Türme habe ich auf dem Pflaster in unserem Hof und im Busbetriebshof ausprobiert, der finale Test ist dann das Kopfsteinpflaster vor dem Spielcasino in Bad Wiessee.

Am Vorabend einer Veranstaltung (nötigenfalls auch am gleichen Tag, wenns nicht anders geht), baue ich gerne meine PA Anlage mit den für die Veranstaltung benötigten Komponenten in meinem Fitnessraum auf (wofür der alles herhalten muß: Training, Fotostudio, PA Testraum…). So stelle ich sicher, daß ich nichts vergesse und kein Kabel fehlt.

Heute geht's um die Anlage für das Sommerevent in Bad Wiessee mit Claudia Sommer und Sabine Schulz, ich brauche also 2 Kanäle fürs Publikum, 2 Monitore auf der Bühne und 8 Scheinwerfer.

Stolz bin ich schon, daß ich die Anlage, so, wie sie hier steht, alleine in 35 Minuten reintragen und aufbauen kann:

Testaufbau

So habe ich morgen also 25 Minuten Zeit, die Anlage vom Gepäckraum unseres Reisebusses auf der Straße durch die Garage und den Aufzug in den Veranstaltungsraum der Spielbank Bad Wiessee zu bringen. Und dann nochmal 20 Minuten für den Soundcheck mit den beiden. Knapp, aber ausreichend.

Nachtrag: Ich habe den Fitnessraum auch mal ohne die PA Anlage fotografiert, damit Ihr nicht glaubt, daß das immer so aussieht: Hier

Mit der Djay App für das iPad ist eine App erschienen, mit der ich mir vorstellen könnte, das iPad während sponanter Shows einzusetzen. Bisher mache ich das mit dem iPhone, das ist aber lästig, weil die Wiedergabe nach dem aktuellen Lied nicht einfach stehenbleibt, sondern das nächste Lied gespielt wird –  manchmal sogar irgendein Lied. Außerdem sieht das etwas schmal aus, wenn man mit dem iPhone an einer PA Anlage hängt.

Djay ist nun eine klassische DJ Applikation, die zwei Plattenteller abbildet, das füllt das Display des iPad auch gut aus. Ich brauche ja für unsere Shows nicht die ausgefeiltesten Funktionen zum Mixen, ich lege ein Halbplayback auf, Thomas singt ein Lied, dann ist die Musik fertig, Applaus und dann das nächste Lied. Das funktioniert prächtig, ich habe es gerade hier auf der Hütte mit unserem BOSE Sound Dock getestet:

Djay App

Dazu braucht man natürlich noch einen Yumatron Split Adapter, damit man mit dem Kopfhörer vorhören kann, ohne den Live Output zu stören:

Yumatron Split Adapter

Nachteil des Adapters: Mein Sennheiser Kopfhörer paßt nicht rein, weil sein Stecker so dick ist, daß daneben kein anderer Stecker mehr reinpaßt. Na gut, aber mit dem Kopfhörer aus der PA sieht das am iPad vielleicht auch nicht so gut aus.

Das führt mich gleich zur nächsten Geschichte, daß ich mir noch was einfallen lassen sollte für die Kabel, die nun vom iPad herausführen –  so chick das Auflegen auf dem iPad aussieht, so unordentlich sind die Kabel. Praktischer wäre, wenn man einen Bluetooth Kopfhörer zum Vorhören benutzen könnte und dann einfach das Kabel von der PA in die Kopfhörerbuchse am iPad steckt. Oder noch besser, Bluetooth zum Vorhören und Airplay für den Live Mix, dann wäre das iPad kabellos. So sollte es jedenfalls während einer Show nicht aussehen:

IMG_9968

Wirklich klasse an der Djay App ist, daß man die Titel, die man spielen möchte nicht extra in die App imporitieren muß, sondern einfach aus der iPod Library auf dem iPad ausswählt. Djay analyisert dann on the fly die BPMs und zeigt die an (während das läuft, kann man den Titel allerdings schon starten):

Analyse

Beim Konkurrenzprodukt iDj von Numark (dem jetzigen Besitzer von MixMeister) sitzt man nach dem Importieren von Songs erstmal vor einem “Bitte warten” Bildschirm (iDJ konnte übrigens mit dem Yumatron Split Adapter nichts anfangen, also habe ich den Test dann wieder abgebrochen):

IDJ

Die DJay App für das iPad ist recht teuer, dafür würde man erwarten, daß sie sich auch beim Mixen und Beatmatching von Discomusik bewährt –  da hat sie aber noch einige Schwächen (die mich nicht stören, weil ich die Funktionen ja nicht brauche, unsere Pausenmusik Beatmatched hört sich komisch an), das spiegelt sich auch in den Kommentaren zur App in iTunes wieder. Fazit: Für mich und unser Einsatzgebiet brauchbar, für das, was man von einer DJ App erwarten würde, eher nicht.