Ich hab den Morgen mal wieder in meinem Fitnessraum begonnen, was an sich nichts erwähnenswertes wäre (höchstens einen Post “Bewegung!” wäre das wert), wenn ich ihn nicht in mein Fotostudio umgebaut hätte (was exakt 10 Minuten dauert). Ich wollte mal wieder ein aktuelles Bild von mir machen und den Schlumpf (ihr erinnert Euch, das “Wahrholized” Bild) durch was neues ersetzen.
Diesmal gings weniger um die leicht dunklere Haut, die ich durch eine Woche auf Fuerteventura habe (da könnte ich im Sommer auch ein Bild machen) – die war allerdings eine Gelegenheit meinen Faltreflektor mal auf die Seite mit der Goldfolie zu drehen. Mir gings mehr um die Tatsache, daß ich mal ein Foto mit Brille von mir machen wollte und ich weiß noch von früher, daß das recht trickreich ist, wenn man nicht das halbe Studioequipment inklusive Blitzgeräte in der Brille sehen möchte.
Am längsten dauert es natürlich, das passende Lächeln aufs Gesicht zu zaubern und heute kam erschwerend hinzu, daß mein Canon RC-6 Fernauslöser den Geist aufgegeben hat und ich mich jedesmal zur Kamera vorbeugen mußte, auf den Auslöser drücken, zurücklehnen, Lächeln, in die richtige Richtung sehen, Peng. Mit Fernauslöser ist das dramatisch einfacher.
Zu Technik: Mit der Canon 550d auf manueller Stellung, 1/60 sec, f/6,3, ISO400, Objektiv auf 18mm. Remote Control für die Blitze auf der Kamera, somit kein Licht von vorne, ein Canon Speedlite von 75 Grad links durch den weißen Schirm als A, ein Speedlite blitzte nach rechts in den Goldreflektor, der bei etwa 80 Grad stand als B. Verhältnis A:B war 1:2,5. Ich hab ein wenig experimentiert, schon wenige Zentimeter nach vorne oder zurück mit dem Goldreflektor veränderten die Belichtung drastisch. Ausgespielt über die WiFi Karte aufs iPad, das am Stativ montiert war, damit ich sofort sehen konnte, ob mein Lächeln paßt. Und sich nix in der Brille spiegelt. Ich halte das Experiment für gelungen. Das mit der Brille.
Kaum nachbearbeitet: In Picasa 3 als Quadrat ausgeschnitten (weil ich es so als Profilfoto für alle Social Networks hernehmen kann) und mit dem Effekt “Vignettierung” in schwarz bearbeitet, damit dir Ränder noch stärker abfallen.
Der heutige Besuch bei unseren Friseur Rainer Renauer erforderte unbedingt, daß wir die neuen Frisuren auch fotografieren. Auf der Rückfahrt überlegte ich mir schon, wie ich ein Fotostudio auf der Hütte improvisieren könnte – ich habe natürlich weder meine Blitzgeräte, noch die Reflektoren und schon garnicht die Hintergrundfolie aus meinem Studio dabei. Fotos draußen fällt heute auch aus, denn es schüttet in Strömen und die Frisuren überleben das höchstens für 20 Sekunden, das entspricht 2 Fotos.
Also habe ich eines der Hüttenzimmer, Thomas und Martin nennen es eh schon “Multifunktionsraum” kurzerhand zum Fotostudio umfunktioniert. Es hat ein großes Fenster Richtung Zillertal, da kommt im Augenblick nicht Tageslicht rein. An der Wand daneben ist eine Lampe montiert, die habe ich eingeschaltet und dann meinen Fotoapparat direkt neben das Fenster gestellt (das Stativ habe ich immer dabei). Den Blitz habe ich auf die Decke gerichtet und die Weitwinkelstreuscheibe des Blitzes als kleinen Reflektor verwendet (den Blitz habe ich auch immer dabei):
Alle Wände des Zimmers sind aus Holz, die Decke auch – so entsteht ein warmer Farbton, den man auch nicht wegbekommt. Hüttenstudio halt. Das Bose Sounddock sorgt für die entsprechende musikalische Laune.
Natürlich habe ich auch meine Eye-Fi Studiokarte immer dabei, so kann ich die Bilder direkt auf das iPad ausspielen. Unabdingbar bei den Bildern von mir, die per Funkauslöser gemacht wurden (den habe ich auch immer mit) und praktisch bei den Bildern von Thomas und Martin, die sich gleich begutachten können:
Die Fotos folgen gleich.
Mit der aktuellsten Firmware macht mir die Eye-Fi Karte im Fotostudio richtig viel Spaß – endlich spielt meine Kamera die Bilder, die ich mache nahezu live auf das iPad aus und wir können sie sofort in vernünftiger Größe betrachten:
Allerdings mag ich meine Eye-Fi Karte nicht andauernd umkonfigurieren und auch keine Timeouts haben, also hab’ ich mir fürs Studio eine zweite Eye-Fi Karte gekauft, da tuts eine Mobile (eigentlich tuts auch eine Connect, aber 4 GB sind mir zuwenig, man weiß ja nie, wie lang so eine Fotosession dann werden kann). Diese hab ich so eingestellt, daß der Direct Mode endlos aktiv ist, bis ich die Kamera abschalte:
Der automatische Wechsel zwischen Private Networks und Direct Mode ist ja eine hübsche Idee, aber hier im Studio natürlich nicht durchführbar, weil unser Hausnetz hier überall empfangbar ist (wäre ja schlecht, wenn nicht).
Außerdem hab ich die Eye-Fi Karte fürs Studio so konfiguriert, daß sie alle geschossenen Fotos überträgt, nicht nur diejenigen, die ich in der Kamera schütze (was unterwegs wiederum wünschenswert ist):
Der Ablauf ist dann einfach:
Dann werden alle Fotos, die ich mit der Kamera mache, umgehend auf dem iPad angezeigt. Funktioniert großartig (inzwischen, mit der älteren Eye-Fi App und mit den älteren Firmwares auf den Eye-Fi Karten ging das noch nicht so stabil).
Am Ende der Session wechsle ich dann wieder die Eye-Fi Karten aus und tu meine Eye-Fi Pro wieder rein, die zu allen meinen WLANs verbindet und zu public Hotspots und alle Fotos, die ich in der Kamera “schütze”, zu Picasa hochlädt. Dazu ein andermal mehr.
Mein Fotostudio wurde gerade von einem Piraten gekapert! Er wollte sich allerdings nur fotografieren lassen für seine Website. Also habe ich zum ersten Mal meinen neuen schwarzen Hintergrund ausgerollt. ein wenig mit der Belichtung experimentiert und darauf geachtet, daß auch der Papagei lächelt. Voilá:
Nebenbei bemerkt: Es wurde gleich kühler im Fotostudio als der Pirat da war.
Lange schon für die Eye-Fi Karten angekündigt, ist er endlich fertig, der Direct Mode. Mit dem heutigen Firmwareupdate wurde meine Eye-Fi Karte dafür ausgerüstet – kostenfrei übrigens auch für alte Eye-Fi Karten, wie meine:
Im Direct Mode spannt die Eye-Fi Karte ein eigenes WLAN auf, mit dem sich dann iPad oder auch iPhone verbinden können. Das Netzwerk ist immerhin WPA2 gesichert, ein entsprechend strenges Passwort wird automatisch vorgegeben:
Auf iPhone oder iPad lädt man die kostenlose Eye-Fi App und verbindet sich mit dem WLAN Netzwerk der Eye-Fi Karte:
Ich habe meine Eye-Fi Karte von Haus aus so eingestellt, daß sie nur geschützte Fotos übertragen soll
Bei Fotosessions schalte ich nun die Kamera ein, verbinde das iPad innerhalb von einer Minute (das ist der eingestellte Timeout auf der Eye-Fi Karte) mit dem WLAN und starte die Eye-Fi App. Beim Fotoshooting sehe ich mir die Bilder auf dem Kameradisplay im Modus "Bilder schützen" schnell durch und schütze die Bilder, die ich in der ersten Auswahl für gut befinde.
Diese werden umgehend von der Kamera auf das iPad übertragen und befriedigen somit die Frage "Zeig amal her". Und das in einer anständigen Größe und – ich muß die Kamera nicht aus der Hand geben (was ich tatsächlich höchst ungern tue). Das ganze läuft während der Fotosession und nicht erst am Ende oder in Pausen, wie früher, als ich die SD Karte regelmäßig aus der Kamera nahm und in den Stecker des Camera Connection Kit steckte, um die Fotos in das iPad zu überspielen.
Somit ist der Direct Mode eine dramatische Verbesserung zu früher und bringt die Kombination aus einer einfachen Canon EOS 550d mit Eye-Fi Karte und einem iPad überraschend nah ans Profiequipment, das schon lange über WLAN die Fotos aus der Kamera fortlaufend an den Rechner im Studio überspielen konnte. Die Eye-Fi Lösung kann das allerdings ohne weitere Infrastruktur auch unterwegs (allerdings sollte man vorsorglich ein zweites Akkku für die Kamera dabei haben, schätze ich).
In meinen ersten zwei Tests heute lief das ganze überraschend stabil! Ich habe auch die Fotos vom Abendessen heute mit dem Direct Mode auf das iPad überspielt, mit Photogene auf 1024*768 verkleinert und dann mit Twittelator zu Twitter und Facebook hochgeladen. Die App scheint allerdings noch nicht ganz ausgereift, denn sie hängt recht oft und sie tut sich generell schwer, auf dem iPad zu erkennen, in welcher Ausrichtung (hoch oder quer) das iPad gehalten wird (was beim iPad2 eigentlich kein Problem darstellt).
Nachteile? Ja, der Direct Mode hat auch Nachteile – es ist ein "Entweder / Oder", denn der Direct Mode wird nur aktiviert, wenn die Eye-Fi Karte kein bekanntes WLAN in der Nähe findet. Das bedeutet für mich, daß ich alle meine WLANs, auch die für unterwegs, aus der Eye-Fi Karte rauslöschen mußte:
Nun arbeitet die Karte nur noch im Direct Mode. Allerdings könnte ich sie mit etwas Aufwand abwechselnd auf dem iPad und dem iPhone betreiben, so daß ich auch unterwegs mal schnell twittern könnte. Ich befürchte aber, bevor ich das lange umschalte, mache ich das Foto für Twitter dann doch wieder mit dem iPhone.
Nachtrag 4.5.2011: Heute ist im AppStore das Update 2.0.12 für die Eye-Fi Karte erschienen. Dieses Update behebt die zwei lästigen Fehler, daß die App sich mit der Orientierung des iPads schwertut und die Performance ist dramatisch besser geworden.