In meinen beiden Hosentaschen, rechts und links, steckt jeweils ein iPhone (früher wars ein iPhone und ein Blackberry, aber zwei Telefone waren es eigentlich immer). Warum ist das so – ich kann doch nicht mit zwei Geräten gleichzeitig telefonieren?
Der erste und wichtigste Grund ist mein Triple-SIM Adapter, der natürlich noch nicht mit der nano-SIM kann, die im iPhone 5 verbaut ist. Darum hab ich ein altes iPhone 4S, welches mit dem Triple-SIM Adapter als das Telefon dient, daß ich zwischen der jeweiligen SIM Karte in der Schweiz, Deutschland und Österreich umschalten kann.
Es hat aber noch ganz andere Gründe: Sitz ich in einem modernen Fahrzeug, BMW, Audi oder Mercedes mit entsprechender Bluetooth Ausstattung, dann check ich mein Telefon ins Bluetooth ein und ab diesem Moment kann ich Siri nicht mehr benutzen, weil mich Siri via Bluetooth Freisprechen nicht mehr versteht. Ich müßte also jedesmal, wenn ich Siri etwas diktieren möchte, das iPhone vom Bluetooth auschecken, Siri diktieren, dann wieder einchecken – nicht praktikabel.
Genauso verwende ich mein iPhone gerne als Navigationssystem, denn die Navigon App auf dem iPhone ist besser und vor allem aktueller, als alles, was in den Autos so eingebaut ist (abgesehen davon, daß es nur in der Navigon App einen Kerl gibt, der mir sagt, wo es lang geht und nicht nur Frauenstimmen).
Noch ein paar Beispiele? Gerne:
Das iPhone steckt in einem BOSE Sounddock und spielt Musik. Ich möchte ein Foto schießen, etwas Posten oder Telefonieren. Das bedeutet: Musik aus, iPhone aus dem Sounddock raus, danach wieder ein, Musik weiterspielen. Nicht gut. Mit einem zweiten iPhone macht man das gewünschte, während die Musik weiterläuft.
Ich bin in Österreich oder in der Schweiz, meine Expressnummer ruft zuerst mein deutsches Handy an, danach mein Natel in der Schweiz oder das Handy in Österreich. Oft genug passiert es mir, daß mein deutsches Handy im Ausland nicht läutet oder erst nach 20 oder 30 Sekunden läutet. Dabin ich froh, mein lokales Backup dabeizuhaben. Ich kann aber nicht einfach die SIM Karte tauschen, weil ich dann die SMS auf meine deutsche Nummer nicht mehr erhalte.
Jetzt wißt Ihr, warum ich zwei iPhones brauche.
Wenn ich in Zürich bin, habe ich mich im World Trade Center eingerichtet. Das hat, neben dem tollen Namen, große Standortvorteile, denn man ist von allen Autobahnen in Kürze in der Leutschenbachstrasse 95
Das Auto kann man bequem in der Tiefgarage parkieren, in den 3 Stockwerken ist auch bei größeren Events im WTC immer ein Platz (die Parkgebühren übernehmen wir natürlich). Nur der Defender paßt nicht rein, der ist mit seinen Scheinwerfern zu hoch:
Direkt hinter dem repräsentativen Eingang zum World Trade Center
befindet sich dann, etwas stolz bin ich da schon drauf, unser Firmenschild:
Und im zweiten Stock, im Regus Office Center
liegt dann mein Büro. Das spannende ist, daß ich jedesmal einen anderen Raum mit anderer Möblierung und Aussicht bekomme, weil ich immer einfach von Regus einen der freien Räume erhalte. Oder ich brauche ein Besprechungszimmer, dann bekomme ich halt das:
Der Schreibtisch sieht meist aus, wie alle meine Arbeitsplätze, einzige Abweichung: Die Pixie muß mit auf den Tisch, weil am Sideboard meist keine Steckdose ist.
Am Sideboard dann das restliche Zubehör:
Vielen Dank an das Team vom Regus Office Center für die problemlose Zusammenarbeit, danke an das World Trade Center Zürich für die unkomplizierte Bewilligung der Fotos und ja: Danke an meine Kunden in der Schweiz, die durch ihre Nachfrage die, vorläufig zwei, Tage im Monat in der Schweiz erst möglich und notwendig machen.
Die Lösung, die ich mit Regus im WTC gefunden habe, ermöglicht es, den Schweizer Kunden nahe zu sein, ohne gleich einen eigenen Firmenstandort in Zürich betreiben zu müssen, So kann ich flexibel reagieren, wenn die Nachfrage in der Schweiz steigen oder (was ich natürlich nicht hoffe), sinken sollte.
Eigentlich wäre ich ja nur am Donnerstag gebucht gewesen. Für geplante 5 Stunden zum Upgrade der Datenbank einer meiner Anwendungen auf einen neuen Datenbankserver. Durch die sehr restriktiven Sicherheitsbestimmungen des Netzwerkes, in welchem diese Anwendung läuft, war es dazu notwendig, daß ich mal wieder persönlich vor Ort sein sollte und so fuhr ich nach immerhin 2 1/2 Jahren zum ersten Mal wieder nach Zürich.
Vieles war vertraut, war ich doch in den Jahren 1995 bis 2009 jeden Monat einmal dort, oft für eine ganze Woche, manchmal auch nur für 2 oder 3 Tage. Danach ließ sich durch die immer leistungsfähigeren Fernsteuerungstechniken alles remote bei meinen Kunden erledigen und so ergab es sich, daß ich eben 2 1/2 Jahre nicht mehr dort war.
Ich hatte ursprünglich geplant, daß ich am Donnerstag morgen hinfahre und über Nacht bis Freitag bleibe. Mir ist das nicht sicher genug, per Auto morgens hin, dann tagsüber arbeiten und abends wieder zurück. Außerdem hätte beim Upgrade ja auch was schiefgehen können und dann hätte ich keine Reserve gehabt, das war auch der Grund, warum die Lufthansa ausschied.
Ich buchte also ein Hotel in der Nähe meines Kunden und am nächsten Tag einen Büroraum im World Trade Center in Zürich und schrieb ein Rundmail an meine Kunden, daß ich am Freitag in Zürich wäre – wenn jemand was bräuchte, einfach melden, es gäb dann auch keine Anfahrtskosten.
Der Effekt war umwerfend, ich bekam gar nicht alle Anfragen in einen Tag hinein und blieb daher bis Samstag abend. Ein Interessent ließ sich ein erstes Konzept für eine spezialisierte Datenbank mit vielen Schnittstellen für die Dokumentablage erstellen, ein Kunde erhielt Beratung für notwendige Anpassungen seiner Netzwerksicherheit, ein einstündiges Coaching über Arbeitsmethodik und zu guter Letzt tauschte ich am Samstag mittag noch einen Firewall bei einem Kunden aus.
Da kann Remote Working noch so umweltfreundlich sein, es können Fernsteuerungstechniken noch so perfekt sein, da kann es noch so effizient sein, Reisezeiten zu minimieren, es kann der Kontakt mit WebEx noch so persönlich sein, wenn ich die Webcam einschalte; letztlich hilft alles aber nichts, ich habs gelernt: Der persönliche Kontakt zum Kunden wird gewünscht. Direkt und vor Ort.
Ich werde also bis auf weiteres wieder einmal im Monat in Zürich sein, für 2 oder 3 Tage. Ein Büro im WTC scheint da am praktischten, denn da kommt man von der A1 und der A4 gut hin und auch der Flughafen ist nicht weit und eine Riesenparkgarage ist direkt unter dem Haus.
Die Termine findet man vorab in meinem Kalender als “Büro Zürich” und an diesen Tagen gilt für die gesamte Schweiz, ausgenommen Westschweiz: Keine Anfahrtkosten! Nächste Termine sind mit 3./4. Oktober und 1./2. November schon mal vorgemerkt.
Im Laufe der Zeit ist dann auch Gelegenheit zur Optimierung, denn der Weg vom Büro zum Hotel, das ich mir in Zürich gewählt habe (das Four Points Sheraton in Sihlcity) ist sehr staubehaftet im Berufsverkehr. Alternativ könnte ich ins Hotel Wassberg, wo ich die letzten 10 Jahre immer wohnte, das liegt zwar weit außerhalb, ist aber schneller zu erreichen, weil sich auf der Strecke nix staut. Aber das regelt sich mit der Zeit alles.
Diesmal war ich in Zürich im Hotel und nutzte die Chance, am Freitag abend die Eröffnung der Kunsthalle Zürich zu besuchen, wo Wolfgang Tillmans seine Neue Welt zeigte:
Die Ausstellung war sehr angenehm, mir gefallen seine Bilder und die kontrastreiche Hängung verblüffte immer wieder und lenkt den Blick ganz geschickt. Die Ausstellung ist bis 4. November in Zürich und wer es nicht schafft, sie zu besuchen (was schade ist), der kann sich die Bilder auch im Riesenformat-Taschenbuch kaufen und zuhause ansehen. Ist nicht ganz so eindrucksvoll, wie die 2 auf 3 Meter Prints aber für den Notfall gehts (ich hab mir das Buch als Erinnerung gleich dort gekauft):
Auf der Ausstellung gabs erwartungsgemäß auch viele sehr hübsche und gut angezogene Männer aller Altersstufen zu sehen, was mir immer wieder beweist, daß die schwule Lokal-Szene, gleich in welcher Stadt, keinen repräsentativen Querschnitt bietet. Überhaupt waren lecker Aussichten in der Stadt, denn am Donnerstag abend war Leichtathletikmeeting in Zürich…
Ich fiel am Freitag nach dem langen Tag im Büro mit drei Kundenterminen und der Kunstausstellung allerdings recht zügig und ohne weiteres Nachtleben ins Bett. Das wiederum ließ mich am Samstag früh aufstehen und so konnte ich zwischen der Vorbereitung des Firewallupgrade (den ich per Fernsteuerung vom Hotelzimmer aus durchführte) und den physikalischen Austausch (der fand vor Ort statt) noch beim Sprüngli frühstücken:
Dort ändert sich glücklicherweise nix, das Publikum ist bunt, gut angezogen und sehenswert, wie eh und jeh, die Speisen sind lecker, klein und teuer, die Bedienung zuvorkommend und freundlich, die Atmosphäre einzigartig. Im Gepäck eine Schachtel Luxemburgerli für Thomas und Martin und etwas dunkle Schokolade für mich.
Diesmal war auch das erste Mal, daß ich in Zürich mit einer Straßenbahn gefahren bin, es ist mir in den 17 Jahren, die ich dort war, noch nie gelungen, oder, anders gesagt: Es war nie das beste Verkehrsmittel. Am Samstag aber von Sihlcity zum Paradeplatz wäre alles außer Straßenbahn schlecht gewesen.
Ich hab’s genossen, wieder da zu sein und freue mich auf das nächste Mal und natürlich über weitere regelmäßige Aufträge, die es sinnvoll machen, die Schweiz zu besuchen, meine Kunden persönlich zu sehen und zu sprechen und die Fernsteuerungskonsolen ausgeschaltet zu lassen.
Dieser Monat bricht mit 336 Arbeitsstunden tatsächlich alle Rekorde und das nicht nur knapp, sondern mit Abstand (der nächst folgende, Mai 2012 hatte 298 Stunden):
Ich darf zu meiner Entschuldigung vorbringen, daß ich mir das so vorgenommen hatte (von Sommerloch ist bei uns keine Spur), daß ich im August bis zu 4 Urlaubsvertretungen gleichzeitig gemacht habe und einfach viel los war.
Trotzdem hab ich darauf geachtet, daß auch meine Freizeit, wenn schon kurz, dann wenigstens intensiv und erlebnisreich war. Insgesamt fühl ich mich durch diesen Monat nicht aus der Balance gebracht, aber, versprochen: Der September wird ruhiger.
Heute habe ich zwei wichtige Tipps für Euch, mit denen Ihr verhindert, daß Outlook Euch Zeit stiehlt, indem es Euch von dem ablenkt, was Ihr eigentlich erledigen wollt. Mein wichtigster Tipp ist ja, daß man Outlook einfach zu läßt, wenn man an etwas arbeitet.
Was aber, wenn man für das aktuelle Projekt einen Termin nachsehen muß oder einen Kontakt nachschlagen möchte? Dann muß man Outlook öffnen – und es zeigt einem gnadenlos die E-Mails, die seit dem letzten Mal eingegangen sind. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, daß man, nur schnell, durchsieht, ob was dringendes dabei ist. Und schon ist man bei seiner Arbeit, die man eigentlich erledigen wollte, unterbrochen.
Ich habe daher mein Outlook so eingestellt, daß es nicht mit dem Posteingang startet, sondern mit dem Kalender. Da ist nichts, was mich ablenken könnte. Die Einstellung macht man unter File – Options:
Und weil man nicht immer so diszipliniert ist, daß man Outlook sofort wieder schließt, nachdem man was nachgesehen hat, schaltet man hier noch sämtliche Benachrichtigungen aus, wenn ein neues Mail reinkommt:
Jetzt lenkt (auf dem Desktop) nichts mehr von der konzentrierten Arbeit ab. Wie man die Unterbrechungen auf dem iPhone und iPad deaktiviert, habe ich hier beschrieben.