Heute gabs zum Abendessen Käsesemmeln. Das wäre insofern bemerkenswert, daß man sagen könnte “Ui guck mal, jetzt ist ihm seine Urmenschenernährung selbst zu blöd geworden und er hat sich was richtiges gemacht”. Dann würde das Weltbild einiger Leser wieder stimmen. Die muß ich aber enttäuschen.
Denn: Die Semmeln sind bemerkenswert: Sie enthalten so gut, wie keine Kohlenhydrate. Sie werden aus Eiern, Salz, Backpulver, Frischkäse, Leinsamen und etwas Sesam hergestellt:
Das Rezept dazu habe ich in einem Blog gefunden, dessen Autorin sich (auch) mit “Low Carb” Ernährung befaßt, was im weitesten Sinne mit meiner Urmenschenernährung harmoniert (fürs Rezept der Semmeln müßt Ihr auf das Bild klicken, dann bekommt Ihr das Original aus ihrem Blog angezeigt):
Gepanscht, gerührt, geschlagen und dann die Häufchen auf das Backblech gegeben. Sahen lustig aus, waren fluffig:
Das fertige Abendessen, also zwei dieser Semmeln mit je 3 Scheiben Emmentaler belegt, sah dann so aus:
Geschmacklich sind die Semmeln, na, nennen wirs mal: “Überraschend”. Sie fassen und kauen sich nicht wie Semmeln, sondern sind von der Konsistenz viel lockerer, eher, wie lockerer Blätterteig. Ich hatte gedacht, ich könnte damit einen eingefleischten “Ich will meine Semmeln zum Frühstück” Esser mal von was kohlenhydratfreiem überzeugen – das wird eher nicht gelingen. Meine eigene Lust auf Semmeln in der Früh ist allerdings nicht mehr so groß; sind welche im gemeinsamen Frühstückskorb, esse ich gerne mit, sind keine im Haus, mach ich mir was anderes, ohne groß nachzudenken. Also wird kein besonderer Bedarf dafür bestehen.
Es ist also nicht sicher, daß ich die Dinger öfters backen werde, aber es ist zumindest beruhigend, zu wissen, daß ich jetzt ein Rezept für richtig gesunde Semmeln in meinem Kochbüchlein stehen habe.
Bevor das Wissen in Vergessenheit gerät, halte ich es hier fest. Es gibt auch im Jahre 2011 noch Autoren bzw. Verlage, die ihre Bücher nicht für die elektronische Verbreitung freigeben, einfach ausgedrückt: Bücher, die man nicht auf dem Kindle lesen kann. Normalerweise lehne ich solche Bücher einfach ab und lese sie nicht. Das fällt bei JPod von Douglas Coupland schwer und so habe ich das unglaubliche getan: Ich habe mir das Buch gekauft. So richtig mit Einband, Papier und Gewicht: Ja, Gewicht. Nun besitze ich ja keinen Original Kindle, sondern “nur” die Kindle App auf meinem iPad, aber das ist immer noch leichter, als so ein Buch.
Da die Bücher auf dem Kindle auch “Bücher” genannt werden, nenne ich diese Form des Buches zur Unterscheidung: “Analoges Buch”. Im Gegensatz zum “Digitalen Buch”, da dies aber der Normalfall ist (für mich) oder wird (für alle andern), sage ich “Digital” nicht mehr dazu, sondern dazu nur noch “Buch”.
Also: 528 Seiten lang bin ich analog. Und das ausgerechnet bei diesem Buch.
Problem an jedem Sylvester ist, daß Timmy und Tobi beim Feuerwerk, wie so viele Hunde, halb durchdrehen. Ich persönlich finde das auch völlig in Ordnung, der Krach, der mit einem Feuerwerk erzeugt wird, bedeutet in der Natur “Höchste Gefahr” und veranlaßt Tiere richtigerweise zum flüchten. Ajax war da auch sehr panisch, wenn es draußen in einer Tour knallte. Nun gibt es zwar Verfechter der harten Linie, die meinen “da müssen die Hunde durch”, ich selbst gehöre nicht wirklich dazu, schließlich sollen Timmy und Tobi auch keine schußfesten Jagdhunde sein (und selbst auf der Jagd kracht es nicht so entsetzlich oft, wie bei einem Feuerwerk). Ich weiß, daß es falsch ist, sie zu trösten, aber ich tue zumindest nicht so, als wäre nichts, sondern nehme ihre Panik ernst.
Ich habe mich vor Jahren mal mit Ajax während eines Feuerwerks in der Sauna versteckt, damals hatten wir noch keine Lautsprecher in der Sauna und so haben wir das Feuerwerk immer noch gehört, allerdings gedämpft und leise. Das hatte zur Folge, daß Ajax nicht mehr panisch war, ich aber plötzlich reflektierte, wie meine Mutter oder meine Großmutter sich fühlten, wenn sie während des Krieges im Keller saßen und draußen die Bomben tobten. Nicht wirklich ein schönes Gefühl. Hinzu kommt, daß ich damals den Fehler machte, nach dem Feuerwerk rauszugehen und noch die verqualmte Luft und den Müll von den Feuerwerkskörpern sah. Das verstärkte dieses Kriegsgefühl noch.
Seit einigen Jahren haben wir im Keller ein kleines Tonstudio und das ist etwas schallgedämmt, damit wir auch nachts mal was proben können. Eher zufällig entdeckte ich mal während eines Gewitters im Sommer, daß man, wenn man im Studio Musik spielt, nicht hört, was draußen passiert und war sehr überrascht, daß die Liegen im Garten naß waren, als ich zurück kam.
Und so wurde ein Plan daus. Ich habe gestern abend für die Mitternachtsparty nur zwei Lautsprecher und etwas Licht vor unserem Haus platziert, die PA Anlage verblieb mit einem Satz Lautsprechern im Keller.
Gegen 23 Uhr verdrückte ich mich dann mit Timmy und Tobi ins Tonstudio und spielte Partymusik. Im Studio schön laut, vor dem Haus regelten Thomas und Martin gesondert die Lautstärke. Übrigens ein seltsames Gefühl, wenn man nicht direkt im Geschehen ist: man hat keine Ahnung, wie die Menschen auf die Musik reagieren. Musikwünsche und Regieanweisungen kommunizierten wir mit unseren Funkgeräten, was ganz gut klappte. Thomas sang auch ein paar Lieder, auch das hat trotz der räumlichen Trennung ganz gut funktioniert. Die Stimmung vor dem Haus soll prima gewesen sein, erzählte man mir später.

Und das Ziel der Aktion: Das wurde erreicht. Timmy und Tobi schliefen friedlich aneinander und an ein Stofftier gekuschelt. Keine Spur von Panik. Ob ihnen meine Musik gefallen hat, konnte ich allerdings nicht mit letztendlicher Sicherheit feststellen.
Gestern abend hab ich mit meinem Post über meine Blutzuckermessung
eine ganz schöne Lawine losgetreten. Entschuldigt bitte, das war unüberlegt von mir, das einfach so zu posten ohne Erklärung, warum ich das eigentlich tue. Ich möchte das hier kurz erklären, auch wenn alles noch sehr theoretisch ist:
Wie Ihr alle wißt, habe ich vor etwa 1 1/2 Jahren unter dem Stichwort Gesund Essen meine Theorie der Urmenschenernährung entwickelt. Eigentlich wollte ich mich nur hochwertiger ernähren und keinen Müll mehr essen, diese Ernährungsumstellung führte aber dazu, daß ich, tatsächlich anfangs unabsichtlich, insgesamt 16 Kilogramm Körperfett verloren habe. Da mein Arzt mit meinen Blutwerten mehr, als zufrieden ist und ich mich auch kerngesund fühle, scheint das nicht krankheitsbedingt zu sein und so habe ich mich mit den theoretischen Grundlagen dieses Gewichtsverlustes befaßt.
Dabei habe ich festgestelllt, daß mein Gewichtsverlust wohl durch meinen Verzicht auf Kohlenhydrate und die gleichzeitig eiweißreiche Koste verursacht wurde. Theorien überprüfe ich gerne und so habe ich auch Selbstversuche durchgeführt und beschrieben (Unter dem Stichwort Low-Carb findet man auch in der Wikipedia weitere Hintergründe dazu). Bitte vergeßt dabei nicht: Ich mach’ keine Diät! Ich verzichte nicht auf irgendwas, ich leide nie Hunger, ich esse einfach nur das, was ich für richtig halte.
Nun kommt es dabei an manchen Tagen vor, daß ich seltsam rieche. Ich merk’ das selbst nicht, auch Timmy und Tobi drehen sich nicht weg, aber Menschen in meiner Umgebung teilen mir das (nach anfänglicher Überwindung) mit. Das soll so ein leicht süßlicher, seltsamer, nicht besonders anziehender Geruch sein. Ich habe durch ein wenig experimentieren festgestellt, daß ich diesen Körpergeruch durch die Eiweißzufuhr beeinflussen kann: Zuviel Eiweiß = Geruch, weniger Eiweiß = alles wieder normal. Die mir momentan wahrscheinlichste Theorie ist die:
Bei einer bestimmten Kombination von wenig Kohlenhydraten und gleichzeitig viel Eiweiß schafft der Körper es nicht, die Fette aus der Nahrung vollständig zu verbrennen und läßt sogenannte ß-Ketonkörper im Blut übrig. Die führen dann letztendlich zum Körpergeruch.
Theorien mag ich überprüfen und so habe ich mich umgesehen, ob man ß-Ketonkörper im Blut messen kann. Kann man, tut jeder Diabetiker, stelle ich fest. Und so habe ich mir ein Meßgerät gekauf, mit dem ich Blutzucker und eben auch ß-Keton messen kann:
Damit habe ich jetzt eine Testreihe vor; ich werde mit der Kohlenhydrat- und Eiweißzufuhr ganz bewußt rumexperimentieren und aufzeichnen, wie hoch die Werte im Blut sind und natürlich auch meine Umwelt befragen, wann der Körpergeruch auftritt (also nicht erschrecken, wenn ich mal so eine Frage stelle). Die Ergebnisse? Klar schreibe ich die hier auf, versprochen!
Ach noch was: Wenn jemand von meinen Lesern weiß, wie ich selber den Eiweißgehalt im Blut bestimmen kann, das würde mich auch sehr interessieren – da habe ich bisher noch kein Meßgerät gefunden.