Ich habe leider eine schlechte Nachricht für meine neu- und wiedergewonnenen Raucherfreunde: Ich habe wieder aufgehört.
Dabei waren nicht die auf den Zigarettenschachteln inzwischen aufgedruckten Warnhinweise im Konjunktiv ausschlaggebend, denn die habe ich ja eh immer mit eigenen Sprüchen überklebt (Ein Hinweis wie “Rauchen kann tödlich sein”, ist in meiner Auffassung etwa genauso hilfreich wie “Gehen Sie lieber nicht über die Straße, sie können dort umkommen”).

Meine persönlichen Gründe, mich nach 4 Monaten wieder gegen das Rauchen zu entscheiden, waren folgende:
Zigarettenrauch wäre ja eine ganz geschickte Sache, wenn man es schaffen würde, zwei, drei oder auch vier am Tag zu rauchen (allerdings kann man in der einschlägigen Literatur nachlesen, daß auch 2-5 Zigaretten am Tag schon erheblich schädlich sind!). Durch die entsprechend langen Pausen schmecken die dann entsprechend genial (dass ist ja das Fatale an der ersten Zigarette und an der ersten Zigarette nach einer langen Pause) – die sind ja wirklich ein Genuss. Alles was mehr als fünf Zigaretten am Tag ist, finde ich aber, schmeckt irgendwie pappig und fad und ist mehr Gewohnheit, pardon, Sucht, als Genuss. Mein Suchtzentrum macht aber definitiv Probleme wenn’s nur fünf am Tag sind und schreit mir dazwischen etwas zu laut nach der nächsten Zigarette – das stört mich bei der Arbeit, lenkt mich ab und ganz ehrlich, es nervt mich auch. Ich würde das gerne selbst steuern, deswegen höre ich wieder ganz auf.
Außerdem fängt meine Haut allmählich an, grau zu werden und das genügt eigentlich völlig wenn das in den Haaren passiert.
Die sozialen Netzwerke sind irgendwie praktisch. Früher hatte ich einen Großteil meines Geburts-Tages am Telefon verbracht, um Glückwünsche entgegenzunehmen. Im Zeitalter der Sozialen Netzwerke hab ich nicht nur mehr Zeit für mich (und meine Gäste), sondern ich bekomme auch deutlich mehr Glückwünsche, als früher.
Hier die Statistik:
Ich habe mich natürlich über jeden einzelnen Glückwunsch gefreut, egal, über welches Medium er kam. Vielen Dank an alle Gratulanten, so geht’s mit Rückenwind ins neue Lebensjahr.
Und immerhin: Die Bäume brauchen sich keine Sorgen mehr zu machen, man wird heute nicht mehr mit Pappkarten überschwemmt.
Heute hat sich ein Freund bei Google+ darüber beschwert, daß meine Posts im Augenblick zu eintönig wären (den Ausdruck Bullshit, den er gebrauchte, kann ich, glaube ich, der fortgerückten Stunde seiner Nachricht zurechnen). Da hat er ja recht, sehen wir uns doch mal an, was ich derzeit an einem typischen Tag so poste:
Während meiner Fluglehrerausbildung habe ich mich ja im Landgasthof Hutzenthaler einquartiert, um neben der Vollzeit-Theorieausbildung meine Consulting-Kunden weiterhin bedienen zu können (ich kann es mir nicht leisten und möchte es meinen Kunden auch nicht zumuten, daß ich 4 Wochen lang – die Ausbildung geht über 125 Stunden – einfach ausfalle). Wie sieht also mein typischer Tagesablauf aus?
Wenn er nun findet, daß meine Posts während des Tages zu eintönig sind – sie sind ein Abbild meines Lebens (nichts weiter sollen die Posts auf den sozialen Netzwerken sein, ein Abbild meines Lebens) und das ist im Augenblick auch sehr eintönig. Man kann vielleicht schon rauslesen, daß mir das nach drei Wochen ziemlich auf die Nerven geht. Ich erreiche zwar mein Ziel, nämlich den Consulting Betrieb und meine Projekte während der Vollzeitausbildung zum Fluglehrer zumindest einigermaßen weiterlaufen zu lassen, stelle dabei aber fest: Länger möchte ich so nicht leben. Das macht keinen Spaß.
Wiebitte? Da besteht jede meiner Wochen aus 70 bis 85 Stunden zielgerichteter Tätigkeit (Ihr wißt ja, ich vermeide das Wort Arbeit) und auf einmal beschwere ich mich, daß das Leben zu eintönig ist? Ja. Richtig. Hier fehlt mir einiges an Abwechslung, die mein Leben sonst so richtig interessant macht:
Ich kann also nicht gerade sagen, daß ich diese Zeit sehr genießen würde. Es öffnet mir aber auch die Augen dafür, daß das Leben vieler Menschen möglicherweise genauso eintönig ist, wie meines zur Zeit. Und dafür, daß das für mich nicht zum Standard wird, sondern ich wieder zurück darf in mein abwechslungsreiches, buntes Leben. Dann ist der hohe Anteil an Projektarbeit für meine Kunden kein Problem. Hier wird er langsam eines.
Update: Auf Facebook hab ich einige ermunternde Kommentare zu diesem Post erhalten:

Facebook Kommentare
Ich hatte versprochen, einen Cocktail zum Weltuntergang zu erschaffen, bittesehr, hier ist Apocalyptic – der Cocktail zum Weltuntergang.
Als Zutaten braucht man
mit viel Eis im Shaker durchschütteln, in ein Caipirinha Glas geben und mit
auffüllen. Als Garnitur ein Stückchen Mandarine und eine Zitronenschale und natürlich einen farblich passenden Strohhalm:
New York, London, Paris? Nein, Landau. Laundau in der Pfalz ist die Heimat einer neuen Band namens Sizarr. Was spielen sie? Elektro? Indiepop? Post Punk? Völlig egal, sie machen dichte Musik, die einen nicht mehr losläßt, ehrlich, kräftig und geradeaus. Keine Gute-Laune-Musik, aber die gibts ja schon.
Neben den aufwändigen Arrangements trägt vor allem die Stimme des Sängers durchs Album Psychoboy Happy
Daraus gibts bei YouTube zwei Videos, mir gefällt Boarding Time besser, das Video ist nicht so clean und stylish, wie Purple Fried (die Songs sind beide klasse):
Die Musik erinnert an vieles und ist doch neu, Radiohead klingt raus, Depeche Mode, Punk, Melancholie – immer wieder fühl ich mich an was erinnert, aber es sind doch keine Cover, sondern neue Songs mit zeitweisen Afrobeats und Percussion, Klangteppichen und einer Stimme die klingt als hätte sie die Erfahrung der Welt schon in jungen Jahren inne.
Bei Spiegel.tv gibts ein Konzertvideo von ihrem Unplugged Konzert. Naja, nicht ganz unplugged, aber das Macbook blieb daheim und wurde durch einen echten Flügel ersetzt. Der Klangteppich ist weg, aber die Stimmung wurde noch dichter. Ansehen (wenn nur die lästige Werbung immer wieder mittendrin nicht wäre):
Und weil sie gleich nach den Sternen greifen, spielen sie nächstes Jahr nicht nur auf Konzerten in Deutschland, sondern gleich beim South-by-Southwest Festival. Landau, Hamburg, Austin.