Neulich habe ich die Veröffentlichung der PETA gelesen und bin entsetzlich erschrocken: Mary Kay testet Kosmetik wieder an Tieren. Das darf auf keinen Fall sein, lieber teste ich die Mary Kay Kosmetik höchstpersönlich in meinen Augen und auf Wunden auf meiner Haut, als daß Tiere, die dafür überhaupt nichts als Gegenleistung erhalten, für die zwei Falten weniger in meinem Gesicht leiden müssen.
Was mich stutzig macht: Mary Kay war schon sehr früh bei den Kosmetikfirmen, die völlig ohne Tierversuche auskommen – denn es gibt hervorragende Testmethoden für Kosmetik, ohne auch nur einem einzigen Tier etwas zuleide zu tun. Warum haben sie sich plötzlich anders entschieden?
Der Artikel läßt mich dann stolpern über “required by the Chinese government”, es geht wohl im China. Ein Anruf bei Silvia, meinem Mary Kay Consultant bringt dann etwas Klarheit: Es geht nur und ausschließlich um Kosmetik, die in China vertrieben wird. Mary Kay versichert, daß “keine der Produkte, die Sie hier bei uns in Deutschland, Holland und der Schweiz gekauft haben, an Tieren getestet wurden“:
Ferner versichert Mary Kay: “Wir arbeiten sehr eng mit den chinesischen Regulierungsbehörden zusammen, um zu zeigen, dass alternative Testverfahren sichere und wirksame Produkte garantieren.” (Zitate aus einem Schreiben von Elke Kopp, General Manager Germany vom 20.2.2012) Auch PETA bestätigt “Mary Kay had taken steps to work with Chinese officials”. Das mindert das Leid der betroffenen Tiere nicht, aber beruhigt mich etwas, denn: Es geschieht was.
Ich verstehe das Unternehmen Mary Kay, sich nicht aus dem Chinesischen Markt einfach zurückiehen zu wollen. Erstens natürlich wegen der dort zu erwartenden Umsätze, klar. Aber auch, und so argumentiert Mary Kay: Wenn sie selbst nichts nach China verkaufen, dann spricht die chinesische Regierung nicht mehr mit ihnen und die Tierversuche in China werden niemals abgeschafft. Ich stimme dieser Argumentation zu, denn: Dann wird der große Markt China einfach den Firmen überlassen, die skrupellos Tiere quälen. Ein Engagement der Verbraucher können wir in China in den nächsten 20 Jahren sicher noch nicht erwarten.
Ich habe mir eine regelmäßige Aufgabe in meine Todo Liste gesetzt und werde immer wieder mal überprüfen, ob Mary Kay bei der Abschaffung der Tierversuche für Kosmetik in China Erfolge erzielen konnte. Das wird sicherlich in China eine ganze Weile dauern und es wird einige Dollars kosten. Dollars, die ich gerne mit finanziere, indem ich weiter Mary Kay Produkte kaufe (die ich übrigens, trotzdem sie ohne Tierversuche hergestellt werden, excellent vertrage).
Ich verwende keine Sonnenschutzmittel.
Das fällt mir immer erst wieder auf, wenn ich die Menschen hier auf den Grillstationen sehe, wie sie sich den ganzen Tag eincremen. Gut, mir geht die Erinnerung an den Urlaub ab, die sich am Geruch von Sonnencreme festmacht (mich erinnert eher der salzige Geruch des Meeres an Fuerteventura).
Nun bin ich zum Sonne tanken hier und das paßt doch wohl nicht zu der Aussage, daß ich mich nicht vor der Sonne schütze, schließlich ist die doch hier auf den Kanaren besonders stark. Will ich etwa Hautkrebs bekommen?
Natürlich nicht. Ich schütze mich ja vor der Sonne: Ich bin heute 15 Minuten den Strand "hinauf" gelaufen, mit der Sonne im Rücken, hab dann umgedreht und bin 15 Minuten wieder "herunter" (der Strand hat natürlich keinen Berg, ich empfinde nur Richtung Norden als "hinauf"). Meine Schultern sind jetzt leicht, ganz leicht gerötet, das sieht man gut wenn man die Finger auf die Haut drückt, dann bleibts kurz weiß, wenn man sie wegnimmt. Ich habe heute also die Sonne perfekt dosiert, perfekt an der Reizschwelle, so daß meine Haut mit der Pigmentproduktion beginnt und dunkler wird (das soll ja so gesund aussehen, wenn man "braungebrannt" nach Hause kommt) aber noch nicht so, daß sich eine Verbrennung eingestellt hätte.
Den Rest des Tages verbrachte ich weitgehend im Schatten. Natürlich nicht, ohne mich am Anblick der Sonne zu erfreuen und regelmäßig rauszusehen auf das sonnendurchflutete Meer. Ich bin also ziemlich sicher, daß ich heute die maximale Dosis Licht und Sonneneinstrahlung abbekommen habe, die notwendig ist, um die Vitamin D Produktion meines Körpers auf Hochtouren zu bringen.
Vitamin D: Ein Vitamin, das der Körper selbst produzieren kann, von dem aber sehr, sehr viele Deutsche zu wenig haben. Auch im Sommer. Auch bei gutem Wetter. Dabei wärs doch so einfach: Gezielt ab und an in die Sonne gehen und wenns draußen hell ist, hinaussehen (ich gebe zu, nicht alle Jobs erlauben es, regelmäßig hinauszusehen/-gehen). Cremes mit Lichtschutzfaktor verhindern die Vitamin D Produktion!
Wozu nun also Sonnenschutz? Wozu eine Creme mit Lichtschutzfaktor 12 auf die Haut schmieren, die mir die Poren verstopft? Damit ich dann 12 * 15 Minuten von jeder Seite rösten muß? Na gut, wenn ich unbedingt 3 Stunden den Strand hinauf und dann 3 Stunden wieder runter laufen möchte, hätte ich mit Lichtschutzfaktor 12 genau das gleiche erreicht, wie mit 2 mal 15 Minuten. Rechnerisch. Ich hätte allerdings meine Haut gewaltig mehr ausgetrocknet. Und: Ich wäre wahrscheinlich nicht 6 Stunden am Strand gelaufen, sondern hätte mich mindestens 5 Stunden davon auf eine Liege legen müssen.
Andersrum ausgedrückt: Wenn man nicht unbedingt in der Sonne sein muß (Straßenarbeiter, Tennis- und Skilehrer etc.), sondern sich extra zum Bräunen in die Sonne legt, dann ist Sonnenschutz doch völliger Quatsch, denn er verzögert doch nur das, warum man sich eigentlich in die Sonne legt. So schön finde ich das grillen nicht.
Anders ausgedrückt: Scharf anbraten und dann gleich wieder ab in den Schatten. Mach ich mit Filetsteak auf dem Grill ja auch so.
Übrigens sind die Hautpigmente im dunklen, kalten Deutschland sowieso schneller weg, als einem lieb ist. Lohnt sich also garnicht, sich jeden Tag stundenlang in die Sonne zu legen, da genieße ich lieber die Luft, den Wind und vor allem die Helligkeit in Fuerteventura.
Mit Geburtsjahr 1965 gehöre ich zu denjenigen, die gerade Jung-Erwachsen waren, als eine komische Seuche begann, sich über die Welt auszubreiten. So fällt der Zeitpunkt meines Coming Outs als Schwuler Mann untrennbar zusammen mit dem Verlust von Menschen durch AIDS. Menschen, die ich vom hin- und wegsehen kannte, die ich mochte, welche, die ich bewunderte und auch liebte.
Von den goldenen Zeiten ungezügelter sexueller Erfahrungen in der Schwulenszene der 70er Jahre habe ich nur erzählt bekommen (vielleicht ist manches in Erzählungen auch schöner als realiter) und so gehöre ich zur Generation Kondom und zu denen, die es irgendwie geschafft haben, daß der Virus einen Bogen um sie macht.
Nicht alle waren so glücklich und so trag’ ich heute eine geknickte rote Schleife und denke an jene, die es nicht geschafft haben, auszuweichen und mitten in ihrer Lebensfreude und -mitte aus der Bahn und auch aus meinem Leben getragen wurden. An Freude, Glück und Trauer, die wir zusammen erlebt haben und sage Danke.
Danke, für’s eine Zeitlang da sein.
Danke sag’ ich auch den Mitarbeitern der Münchner Aids-Hilfe, die unermüdlich aufklären, beraten, helfen und beistehen. Das wird auch gebraucht, denn AIDS ist noch lange nicht besiegt: Im Jahr 2011 haben sich in Deutschland 2.700 Menschen neu infiziert (Quelle: Robert Koch Institut). Die Zahl derjenigen, die mit der Krankheit leben (die Dauer ist ja leider beschränkt) steigt immer noch von Jahr zu Jahr. Dabei spreche ich von Deutschland, nicht von Afrika!
Eigentlich interessiert mich auch nur München, denn hier ist mein Lebensraum. Findet Ihr’s unverschämt, wenn ich einen Spendenaufruf hier im Blog poste? Nicht?
Gut, hier ist die Aufforderung, es mir gleichzutun und der Münchner Aids-Hilfe e.V. was zu spenden. Wieviel? Was ihr mögt und könnt:
Danke.
Verstehe ja vollkommen, daß Unternehmen sich absichern müssen und juristisch exakte Servicebedigungen, Allgemeine Geschäftsbedingungen etc. veröffentlichen müssen. Richtig benutzerfreundlich ist das aber nicht, denn bei 18 Seiten Text, wie im vorliegenden Fall würde ich zu gerne wissen, ob sich überhaupt schon mal jemand die Mühe gemacht hat, die iCloud Servicebedingungen, die auch noch in Englisch verfaßt sind, durchzulesen:
Der Internetzutzer wird (leider) dazu erzogen, solche Texte einfach abzunicken und zu bestätigen. Wäre es nicht sinnvoller, Unternehmen dürften diese Bedingungen auf das wesentliche zusammenkomprimieren, so daß man eine Chance hätte, sie zu lesen. Ich fordere hier einfach mal die Gesetzgebung auf, eine praktische Lösung zu entwickeln.
Es kann ja wissenschaftlich bewiesen werden, daß das Universum, in dem wir leben, vom Fliegenden Spaghettimonster erschaffen wurde. Durch diese Wissenschaftlichkeit und die Tatsache, daß es sich hier um meine persönliche Überzeugung handelt, würden sich meine Ausführungen über das Fliegende Spaghettimonster und seine Anhänger, die Pastafaris, eigentlich hervorragend für dieses Blog eignen.
Nun gibt es aber unter den Lesern meines Blogs auch einige, die an die (nebenbei bemerkt völlig unwahrscheinliche) Evolutionstheorie glauben und um hier keinen Zwist reinzubringen, habe ich eine eigene Website dafür erstellt:
Die Kirche des fliegenden Spaghettimonsters – Außenstelle Bayern
Diese neue Website werde ich zukünftig benutzen, um alle Fragen rund um das FSM zu diskutieren und mich mit den Pastafaris in Bayern (und natürlich auch dem Rest der Welt) auszutauschen. Sie sind herzlich willkommen, dort mitzulesen, mitzuwirken, zu diskutieren, oder auch einfach informiert zu bleiben, indem Sie den RSS Feed abonnieren.