Mit meinem Post heute morgen “Farbe des Tages: Husky” hab ich wohl etwas für für Verwirrung gesorgt:

Es erreichten mich einige Fragen, ob es sich da tatsächlich um eine Farbe handeln würde, oder warum ich den Namen einer Hunderasse anziehen würde. Tatsache, Husky ist eine Hunderasse. Bleibt es auch. Ich ziehe auch kein Tierfell an oder häng mir einen Hund um den Hals (was etwas unbequem wäre).
Huskies tendieren aber, neben ihren excellenten Lauf- und Zieheigenschaften dazu, leicht unterschiedlich gefärbte Augen zu haben, ich hab hier mal ein Bild rausgekramt, wo man das ziemlich gut erkennen kann. Ist übrigens kein Fehler, sondern im Rassestandard festgelegt, die dürfen das haben.
Ich hab mir vor Jahren mal zwei baugleiche Paar Manschettenknöpfe gekauft, eines in blau, eines in grün und weil ich die für sich jeweils langweilig fand, hab ich die beiden paare gemixt und trage einen blauen und einen grünen Manschettenknopf:
Das nenne ich dann “Farbe des Tages: Husky”. Die Brille dazu ist übrigens Sligo braun/gold meliert (von Brille24.de), weil die besser zum Stil der Manschettenknöpfe passt:
Etwas möchte ich noch richtigstellen: Es hat mich jemand darauf hingwiesen, daß ich unterschiedlichfarbige Manschettenknöpfe auch “David Bowie” nennen könnte, denn der hätte unterschiedlich farbige Augen. Das ist nicht richtig. Beide Augen haben die gleiche Farbe, er hat aber im linken Auge eine traumatische Mydriasis (Mydriasis = erweiterte Pupille, traumatisch = durch ein Erlebnis), angeblich aufgrund einer Schlägerei. Eine Pupille groß, eine klein, das sieht nur so aus, wie unterschiedliche Augenfarben, ist es aber nicht. Ich bleibe also bei Husky, leg aber jetzt mal eine David Bowie Platte auf, weil ich ihn als Künstler sehr schätze und seine Musik gerne mag.
Mein Hemdenschneider Charles Tyrwhitt hat in dieser Saison das Angebot an Fliegen aufgestockt. Gab es bisher nur schwarze und weiße Fliegen zu kaufen, so sind in dieser Saison 4 modische Modelle hinzugekommen, die sofort den Weg in meinen Kleiderschrank gefunden haben – irgendwie finde ich Fliege ja gerade sehr chic.
Noch chicer ist die Geschichte, daß man bei Charles Tyrwhitt Fliegen bekommt, die man einerseits selbst binden muß, die aber hinten einen Hakenverschluß haben, so daß man sie auch wieder leicht abnehmen kann. Denn nur selbstgebunden ist akzeptabel (sagt man). Ist übrigens ganz einfach, eine Krawatte binden ist definitiv schwieriger.
Ich trag die ja nun schon eine Zeitlang, so etwa einmal die Woche gibts eine Fliege statt Krawatte zum Business Anzug und hier ist nun das Feedback, das ich über die Wochen eingesammelt habe:
Also wirds weiterhin einmal die Woche heißen: “Farbe des Tages ….., Akzente in ….., mit Fliege“.
Da bekommt man was für’s Geld – die Urgesteine der Elektronischen Musik spielen für 54 € Eintrittsgeld satte 3 Stunden und 10 Minuten. Wie es sich gehört für eine Band, deren Publikum mehrheitlich aus der 50+ Generation besteht, fand das Konzert in Berlin im Admiralspalast statt, ein bestuhlter Saal mit nummerierten Sitzplätzen und großzügigem Fußraum. Kein Gedrängel, kein stundenlanges Rumstehen – pünktlich um 8 ging das Licht aus und Tangerine Dream begannen.
Ich war nicht der einzige, der einem jüngeren Menschen Tangerine Dream näher bringen wollte, mein Begleiter an diesem Abend ist nur gut halb so alt wie ich und hatte vorher weder von Edgar Froese, noch von Tangerine Dream auch nur das leiseste gehört. Da er klassische Musik liebt, hatte ich die Musik als symphonisch beschrieben und als Klangteppiche. Leider enttäuschte die Akustik im Admiralspalast gründlich: aus den Klangteppichen wurde Klangsauce und alles klang irgendwie immer gleich, Nuancen zwischen den Stücken waren nicht hörbar. Zum Wiederholungstäter wird er so wohl nicht, da hätte ich ihm besser einige MP3s von Tangerine Dream vorgespielt.
Vielleicht lags aber auch am Schlagzeug. Früher hatte ich die seltenen rhythmischen Momente der Tangerine Dream Musik erwartet und mich darauf gefreut, inzwischen wird alles mit Percussion unterlegt, die zwar abwechslungsreich, auf vielen Instrumenten und besonders begeistert gespielt wird, dann auf Dauer aber nichts besonderes mehr, sondern nur noch eintönig ist. Da erinnere ich mich lieber an die Konzerte der alten Zeit mit viel Sequencer, der kam gestern nur einmal erkennbar zum Einsatz.
Der Pionier der elektronischen Musik hat sich verändert, mir ist noch nicht so ganz klar, wohin. Waren früher alle Klänge elektronisch erzeugt, so kommt heute gut die Hälfte des Sound von akustischen Instrumenten über Tonabnehmer ins Mischpult. Somit sind Tangerine Dream eigentlich nur noch die ehemaligen Pioniere der elektronischen Musik, heute eher eine normale Rockband. Ist das vielleicht der Grund, warum als Pausenmusik ganz leise die Beatles eingespielt werden?
Auch auf der Bühne gehen sie andere Wege, als ihre Kollegen aus den Pionierzeiten. Während das Bühnensetup von Kraftwerk straight und stylish ist und die Musiker und ihre Instrumente Teil der visuellen Darbietung sind, wirkt bei Tangerine Deam die Bühne vor allem unaufgeräumt, mit vielen Instrumenten vollgestellt und die Musiker inszenieren sich und die Erzeugung der Musik mehr, als die Musik, um die es ja letztendlich geht. Auch die auf den Hintergrund projizierten Flattermänner, angedeuteten Landschaften und Sphären fangen die Augen nicht langfristig ein, so daß man meistens gelangweilt irgendwo anders hin sieht (oder einfach seinen Begleiter betrachtet) – Kraftwerk und Jean-Michel Jarre sind da um Längen weiter.
Der Sinn der beiden zentral auf der Bühne aufgebauten Flatscreens hat sich uns übrigens garnicht erschlossen. Zeigten sie abwechselnd verschiedene Softwaresysnthesizer, so war doch außer dem gelegentlichen Wechsel des angezeigten Fensters aus Reihe 4 keine Bewegung mehr zu erkennen. Vielleicht sollte dargestellt werden, mit welchen Synthesizern der aktuelle Klang erzeugt wird, dann ist es zumindest nicht gelungen, das interessant rüberzubringen.
Umsomehr gelang es der Schlagzeugerin, ihre Begeisterung für Percussion rüberzubringen. Ich bin sicher, sie trommelt nicht nur auf der Bühne auf allem rum, was man trommeln kann und die Freude, die sie dabei hat, überträgt sich bis ins Publikum. Würde Sie in einem Projekt von Martin Grubinger mitwirken, könnte mich das auch sicherlich länger faszinieren, im Konzert der Erfinder des elektronischen Klangteppichs nervte das Duracell Häschen aber irgendwann.
Daß Edgar Froese verantwortungsvoll mit sich, der Umwelt und seinen Zuhörern umgeht, zeigt ein Fakt, der mich nachhaltig beeindruckt hat: Die gesamte Darbietung fand bei 90 bis 96 dB statt, mit ganz wenigen Spitzen bis 105 dB – das ist absoluter Rekord für ein Pop- oder Rockkonzert und zeigt, daß Tangerine Dream die Ohren ihrer Zuhörer am Herzen liegen.
Wenn man nun noch einen fähigen Tontechniker gehabt hätte, der die sicherlich im In-Ear-Monitor von Edgar und Konsorten noch kristallklaren Sounds genauso kristallklar und ohne regelmäßig übersteuernden Baß in den Zuschauerraum gebracht hätte, wäre das Konzerterlebnis sicher ein anderes gewesen und mein Begleiter mit großer Wahrscheinlichkeit heute begeistert von Tangerine Dream. So konnte ich ihm am nächsten morgen nur den Konzertmitschnitt aus Manchester vorspielen mit den Worten: “So hätte es klingen sollen”.
Immerhin freue ich mich auf den Konzertmitschnitt dieser Tour, der sicherlich bald über die Website von Tangerine Dream zu beziehen ist, die an dieser Stelle ein großes Lob verdient, weil sie bereits frühzeitig ihre Musik als MP3 verkauft haben, ohne Kopierschutzgedöns und im (kostenpflichtigen, das ist ja keine Einschränkung) Club viel Drumrum- und Hintergrundmaterial bereitstellen bis hin zu dem (für mich) legendären Konzert im Münchener Circus Krone, wo sie mit Eberhard Schöner und den Münchener Philharmonikern ihren Mojave Plan spielten. Statt den Orchestergraben des Admiralspalastes mit den Stuhlreihen A-D zu überbauen, wäre das doch auch mal wieder eine spannende Alternative zu E-Gitarre und Schlagzeug gewesen?
Erst am Ende des Konzerts zieht man dann man ein paar Register mehr, wirft Luftballons ins Publikum, läßt auch mal einen Lichtstrahl aus den Lichtkanonen in den Zuschauerraum entgleisen und spielt die Hits, so daß sich auch einem Neuling ein Hauch der Faszination erschließt, die von Tangerine Dream ausgehen könnte. 2 1/2 Stunden Vorspiel sind aber selbst für geduldige Gemüter etwas lang und so wird nach der oligaten Zugabe und der zertrümmerten Geige, die das Ende des Konzerts symbolisiert, auch nur brav und kurz applaudiert.
Es war sicher keine vertane Zeit, dieses Konzert zu besuchen auch wenn es hätte mehr sein können. Mehr Erinnerungen an früher, mehr spektakulär, mehr Klangteppich. Es war gut, aber Tangerine Dream waren schon mal besser – sind eigentlich besser, als sie sich an diesem Abend zeigten.
Am Dienstag waren Hunx and his Punx in der Münchener Kranhalle (die ist im Feierwerk). Wer sie noch nicht kennt, dem sei ein YouTube Video empfohlen (das man in Deutschland auch abspielen darf):
Gut, die Begleitband aus dem Video gibts nicht mehr, aber Hunx, pardon Seth Bogart zieht eh alle Blicke auf sich, wenn er auf der Bühne rumturnt, sich mal an, meistens aber auszieht oder hinter der Riesen Sonnenbrille verschwindet. Ihm gehört ein Anteil an einem Hairstyling Salon in Oakland und so ist das Motto der Bühnendekoration und des neuen Albums: Hairdresser Blues
Hunx ans His Punx sind erfrischend frech, frivol und gut gelaunt. Die Show ist trotz aller Obszönitäten auch nie peinlich. In meinen jungen Jahren hätte man die Musik “Punk” genannt und genau daran hat mich das Konzert auch erinnert, an die Punk-Bands meiner Jugend. So in Erinnerungen schwelgend störte es überhaupt nicht, als Seth nach dem Konzert meinen Begleiter fragte “Daddy or Lover?”.
Vielen Dank an Thomas Lechner, der sie nach München geholt hat und sich auch von schlechtem Vorverkauf nicht davon abhalten läßt, solche Perlen der Musikszene zu präsentieren.
Da behaupten doch immer alle, man bräuchte nur das böse, weiße Mehl durch das gute Vollkornmehl ersetzen. Wir habens am Donnerstag abend ausprobiert und eine Pizza aus Weizen-Vollkornmehl gebacken (das rote sind Paprika aus dem Glas, keine Rinderzungen). Die Pizza ist mit Tomatenmark, Käse und Paprika belegt. Zuckerspiegel vorher 4,1 mmol/l (73,8 mg/dl).
Die Pizza hat seltsam geschmeckt, irgendwie säuerlich, Thomas meinte, das wäre der Eigengeschmack des Mehls. Und sie war nicht so knusper, wie eine Pizza sein sollte, irgendwie pappiger.
30 Minuten nach dem Verzehr der Pizza waren es dann 8,2 mmol/l (147,6 mg/dl), viel zu hoch und kein nennenswerter Unterschied zur Pizza aus weißem Mehl.
Und pünktlich eine Stunde später: Wieder Kohldampf. Wie bei einer “richtigen” Pizza. Zum Glück gab es Rohrnudeln. Versuchsweise auch aus Vollkornmehl:
Aber: Zu Rohrnudeln paßt das Vollkornmehl überhaupt nicht. Geschmacklich gesehen. Wenn eine Rohrnudel nach Brot schmeckt, ist was schiefgelaufen.
Beim Zuckerspiegel übrigens auch, der war direkt vor der Rohrnudel immerhin auf 6,4 mmol/l (115,2 mg/dl) runter und 30 Minuten nach der Rohrnudel dann wieder auf insulinlockende 7,7 mmol/l (138,6 mg/dl) hochgehüpft.
Fazit: Kein nennenswerter zuckersenkender Effekt durch die Verwendung von Vollkornmehl. Das Vollkornmehl hat nur den Geschmack beeinträchtigt, nicht den Zuckerspiegel gesenkt und auch nicht die Insulinreaktion des Körpers verlangsamt. Insofern ist Vollkornmehl kein “guter” Ersatz für weißes Mehl, sondern genauso schädlich.
Weizenmehl ist und bleibt für mich: Etwas ganz Besonderes. Besonders seltenes.